Sexualität: Probleme überwinden
Genauso wie für Gesunde ist eine erfüllte Sexualität für MS-Patienten ein grundlegendes Bedürfnis. Doch häufig leidet bei MS die Intimität – das belastet die Partnerschaft zusätzlich. Einer Studie zufolge hat die sexuelle Aktivität bei 63 Prozent aller MS-Patienten seit der Erstdiagnose nachgelassen. In einer anderen MS-Studie wurde festgestellt, dass bis zu 91 Prozent der Männer und bis zu 72 Prozent der Frauen unter sexuellen Schwierigkeiten leiden. Das Selbstwertgefühl und das Wohlbefinden können darunter leiden.
Probleme mit der Sexualität bei MS-Betroffenen sind auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Häufig sind sie organischer Natur: Entzündliche Veränderungen im Gehirn und Rückenmark können die sexuellen Empfindungen stören. Symptome der MS wie Müdigkeit, Spastik in den Beinen oder Stuhl- und Harninkontinenz kommen erschwerend hinzu. Schließlich unterdrücken seelische Belastungen häufig die sexuelle Lust.
Bei Frauen können folgende Symptome auftreten:
- verminderte Empfindung im Bereich der Scheide und der Klitoris
- Trockenheit der Scheide
- Schwierigkeit, einen Orgasmus zu erreichen
- manchmal Missempfindungen im Bereich der Scheide und der Klitoris
- Libidoverlust
Männer leiden unter:
- Störung oder Verlust der Erektionsfähigkeit
- verringerter Empfindung im Glied
- Störung oder Verlust des Ejakulationsvermögens
- Libidoverlust
Auch wenn einen MS-Patienten wiederholt sexuelle Probleme plagen, ist es wichtig, dass er sich nicht zurückzieht. Beide Partner sollten einander vertrauen und offen miteinander reden. Es ist auch ratsam, einen Arzt anzusprechen – sei es der Hausarzt, Neurologe, Frauenarzt oder Urologe. Es gibt viele Möglichkeiten, sexuelle Probleme zu behandeln. Männer mit Erektionsstörungen können vom Urologen mit mechanischen Hilfen und speziellen Medikamenten behandelt werden. Frauen mit trockener Scheide hilft die Verwendung eines Gleitgels. Missempfindungen und Spastik lassen sich häufig medikamentös verringern. Manchmal hilft das richtige Timing: Vielleicht gelingt das intime Zusammensein besser nach einem erfrischenden kühlen Bad oder in den Morgenstunden, wenn man noch nicht so müde ist.
Die richtige Verhütung
Die Fruchtbarkeit von MS-Patientinnen ist nicht eingeschränkt, sie können ganz normal schwanger werden. Bei einzelnen männlichen MS-Betroffenen kann die Zeugungsfähigkeit vermindert sein, wenn Schwierigkeiten mit der Erektion oder Ejakulation auftreten. Wer nun gerade kein Kind haben möchte, sollte also verhüten – abhängig von der Lebenssituation können alle Formen der Empfängnisverhütung zum Einsatz kommen. Eine sichere Verhütung ist vor Beginn einer immunmodulatorischen Langzeittherapie der MS zu empfehlen.
Bloghaus MS
Für den Inhalt der nachfolgenden Webseiten ist die Merck Serono GmbH nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung.
Fortsetzen














