Wieder positiv denken
Die Multiple Sklerose führt nicht nur zu körperlichen Beschwerden, sondern die Psyche leidet meist mit. Verleugnung („es nicht wahrhaben wollen“), Angst, Furcht, Wut, Schuldgefühle, Trauer und starke Stimmungsschwankungen sind typische Emotionen, die Patienten mit MS empfinden.
Rund 70 Prozent aller MS-Patienten erkranken an einer mehr oder weniger ausgeprägten Depression – als Folge der entzündlichen Veränderungen im Nervensystem und als Reaktion auf die veränderte Lebenssituation. Schließlich ist es für die Betroffenen die größte Herausforderung, mit der Diagnose MS klarzukommen. Auch bestimmte Medikamente, wie hoch dosierte Kortikosteroide und Interferone können zur Entwicklung von Depressionen beitragen.
Lassen sich leichte depressive Verstimmungen meist mithilfe und Unterstützung des Partners, der Familie und der Freunde bewältigen, bedarf es bei schwereren Depressionen professioneller Hilfe. Dann können eine medikamentöse Behandlung sowie eine Psychotherapie notwendig sein. Manchmal hilft zusätzlich das Gespräch mit Leidensgefährten in einer MS-Selbsthilfegruppe weiter. Wichtig ist, dass eine Depression rechtzeitig erkannt und behandelt wird.
Tipps für mehr Lebensfreude:
- Nehmen Sie sich eine tägliche „Auszeit“, in der Sie sich mit Musik, Entspannungsübungen, Yoga oder Meditation entspannen.
- Planen Sie Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten.
- Versuchen Sie, nach einem regelmäßigen Tagesablauf zu leben.
- Schauen Sie nach vorn und machen Sie das Beste aus Ihrem Leben – es gibt immer noch genug Dinge, die Sie tun können.
- Probieren Sie Neues aus – vielleicht ergeben sich ganz neue Interessen.
- Machen Sie sich frei von Schuldgefühlen.
- Suchen Sie Hilfe, wenn Sie nicht weiterkommen.
Nach dem Verarbeiten der Diagnose und dem „Einrichten in dem neuen Leben“ findet die Mehrheit aller MS-Betroffenen wieder zu einer positiven Lebenseinstellung zurück und kann sich diese auch erhalten.
Auf den spezifischen Krankheitsprozess von MS sind auch – zumeist geringgradige – kognitive Schwierigkeiten zurückzuführen: eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit, die sich in Form von vermehrter Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen oder herabgesetzter Aufmerksamkeit äußern kann. Scheuen Sie sich nicht, Ihren Arzt darauf anzusprechen. Vielen Patienten hilft es, ein Notizbuch mitzuführen, worin man sich wichtige Dinge notieren kann.
Expertenrat
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