Anregungen für ehrenamtliche Engagements
Elke, 57 Jahre, Diagnose MS im Jahr 2000
„Nach meiner Berentung kam ich mir oft überflüssig vor. Einerseits war ich zu krank, um berufstätig zu sein, andererseits noch zu fit, um den ganzen Tag zu hause zu bleiben. In der Tageszeitung suchte eine diakonische Einrichtung ehrenamtliche Mitarbeiter. Seit ca. 4 Jahren helfe ich nun ein-bis zweimal wöchentlich bei der Essensausgabe, begleite Singnachmittage und mache Gedächtnistraining. Außerdem besuche ich alte Menschen zu hause, höre ihnen zu und unterhalte mich mit ihnen. Da ich mir die Zeit selber einteilen kann, bin ich nie überfordert, fühle mich aber wieder gebraucht.“
Kai, 32 Jahre, Diagnose MS 2001
„Ich bin Schwerbehindertenvertreter bei einem großen Mobilfunkanbieter und seit 2001 selbst an MS erkrankt. Vor der MS war ich aktiv in der Feuerwehr sowie in der Kirche als Jugendbetreuer.“
Stefanie, 32 Jahre, Diagnose MS 2007
„Ich bin Jugendreferentin des hiesigen Kinderchors, der aus 3 Gruppen besteht. Die Ohrwürmchen (3-5 Jahre), die Coolen (6-10 Jahre) und „in Between“ (11-15 Jahre). Ohne diese ehrenamtliche Tätigkeit kann ich mittlerweile nicht mehr. Ich brauche alle 60 Kinder. Es ist so schön.“
Atilla, 34 Jahre, Diagnose 2010
„Ich engagiere mich in der Kommunalpolitik. Seit 11 Jahren bin ich aktiv in der SPD. Seit 2004 Ratsmitglied der Stadt. Derzeit bin ich stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender und Vorsitzender im Jugendhilfeausschuss. Die Tätigkeiten sind trotz Diagnose nicht weniger geworden, eher mehr!“
Nicole, 38 Jahre, Diagnose MS 1993
„Aufgrund meiner Berufsunfähigkeit nutze ich meine mir zur Verfügung stehenden Kräfte seit einigen Monaten für die Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Agentur e.V. So unterstütze ich beispielsweise ausländische Jugendliche (Auszubildende und Studenten) beim Lernen der Fremdsprache Englisch und beim Verbessern der schriftlichen und mündlichen Deutschkenntnisse.“
Irene, 51 Jahre, Diagnose MS 2008
„Nach einer Schulungseinheit bin ich mit einem Helferteam im häuslichen Kinder- und Jugendhospitz tätig. Mein Einsatz? Ich helfe einmal in der Woche einem Schulkind bei den Englisch-Hausaufgaben, sein Bruder ist seit Jahren im Wachkoma und so sind Leben und Tod sehr nah.“
Wiebke, 44 Jahre, Diagnose MS 1993
„Ich arbeite seit 2 Jahren ehrenamtlich bei der Caritas im Verkauf. Dadurch lerne ich viele interessante und nette Menschen kennen. Das tut mir richtig gut.“
Inge, 45 Jahre, Diagnose MS 1994
„Ich bin selbst an MS erkrankt und seit zweieinhalb Jahren Rentnerin. Nach einem Jahr nur zu Hause, habe ich beschlossen, dass es für mich sinnvoller ist, wenn ich Stundenweise wieder arbeite. Durch eine Zeitungsanzeige kam ich zu meiner Stelle in einem Seniorenheim. Dort verteile ich das Frühstück und füttere alte Menschen, die nicht mehr selber essen können. Dieser Job ist zur Hälfte ehrenamtlich. Die Aufgabe strengt mich zwar an, aber sie hilft mir auch in meiner Situation. Es tut gut, trotz meiner Krankheit noch anderen Menschen helfen zu können, etwas sinnvolles zu tun. Das positive Feedback macht mir klar, wie gut es mir trotz allem noch geht. Ich betrachte diese Aufgabe als eigene Therapie.“
Peter, 46 Jahre, Diagnose MS 2007
„Ich bin gewählter Vereinspräsident eines Bowlingsportvereins. Der Verein hat 190 Mitglieder; außerdem bin ich im Gruppenleiterteam einer MS-Selbsthilfegruppe mit etwa 20 Mitgliedern.“
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