Artikel aus msdialog 2/2011 lesen
„Ich helfe freiwillig“
Sie hatte sich schon immer engagiert, als Krankenschwester in der Pflege oder als Heimleiterin, aber auch als ehrenamtliche Mitbürgerin war Evi Lange aktiv. Die Initiative „Pflege in Würde“ ist ihr privates Projekt, für das sie 2010 mit dem Zukunftspreis des Verbands der Ersatzkassen ausgezeichnet wurde. Vor allem Angehörige und Freunde von pflegebedürftigen Senioren sind dankbar für Evi Langes ehrenamtliche Beratung. „Sie benötigen immer wieder persönliche und menschliche Unterstützung, da es weh tut, wenn man beispielsweise seine eigenen Eltern nicht selbst versorgen kann“, erklärt Evi Lange ihre Beweggründe. „Manche Leute sind nicht wiederzuerkennen, wenn gemeinsame Lösungen erarbeitet worden sind, um einen würdevollen Pflegealltag zu erreichen.“
Ehrenamtliche wie Evi Lange sind die Unbezahlbaren der Gesellschaft. Sie entlasten nicht nur den Staat, sondern fördern durch ihre freiwillige Arbeit in Vereinen, Initiativen und Stiftungen auch den Gemeinsinn. Die Zahl der Aktiven, die sich ehrenamtlich engagieren, ist in den letzten Jahren gewachsen. Nach offiziellen Schätzungen sind es bundesweit 23 Millionen Menschen, die sich für den Zusammenhalt in der Gesellschaft einsetzen. Dazu gehören nicht nur die Klassiker wie Sportvereine, Kirche oder Feuerwehren; es gibt auch viele kleine Aktivitäten, die dort ansetzen, wo es sonst niemand mehr tut. Einen Einblick in die Aufgaben, die Menschen mit MS übernehmen, gibt die Leseraktion in der letzten msdialog.
So arbeitet die 64-jährige Annelies als ehrenamtliche Richterin am Finanzgericht in Hamburg und als Schöffin am Jugendgericht. Julia (33) hat eine eigene Homepage (www.pfote.info) ins Netz gestellt, die über MS aufklären soll. Oder der 67-jährige Josef, der schon seit 17 Jahren Kontaktkreissprecher einer MS-Gruppe ist. Die Eu-Rentnerin Sylvia (45) vermisste ihre Arbeit und absolvierte einen Befähigungskurs zur Sterbebegleiterin, seitdem unterstützt sie Menschen auf deren letztem Lebensweg. Im „Besuchs- u. Begleitdienst“ hilft Dorothea (48) Senioren: beim Einkaufen, bei Fahrten zum Arzt oder auch „nur“ durch ihren Besuch. Die 42-jährige Britta hat viel Freude mit Kleinkindern: Sie passt zwei Stunden in der Woche auf „ihre Gummistiefelbande“ auf und ermöglicht den Eltern, in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Mechthild (50) gibt Schwimmanleitung für geistig behinderte Kinder und freut sich über die Fortschritte, die die Kleinen in Bewegung und Koordination machen. Sie alle bringen ihre Lebenserfahrung und ihre Zeit in die Gesellschaft ein. Gute Taten, die Wert haben – für andere und für sich selbst.
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