Sicherung der Diagnose
Die hier vorgestellten Diagnoseverfahren können einzeln betrachtet nur Hinweise auf eine bestehende MS-Erkrankung geben. Eine sichere Diagnose kann in den meisten Fällen nur nach Berücksichtigung mehrerer diagnostischer Maßnahmen gestellt werden. Der Frage, welcher Untersuchungsmethode – im Vergleich zu einer anderen – eine größere Bedeutung beigemessen werden soll, haben sich in den letzten Jahren unterschiedliche Forschungsgruppen gewidmet.
Die aktuellen Kriterien, die zu einer sicheren Diagnose herangezogen werden, sind heutzutage die McDonald-Kriterien:
Einordnung nach McDonald-Kriterien

Im Jahr 2005 erschien eine revidierte Fassung der sogenannten McDonald-Kriterien, die die MRT als wesentliche Untersuchung in die Diagnostik mit einbeziehen. Die Diagnose der MS gilt nach den McDonald-Kriterien dann als gesichert, wenn die ärztliche Untersuchung eine räumliche und zeitliche Verteilung der Krankheitszeichen und Symptome ergibt. Daneben müssen andere Tests diesen Befund bestätigen. Neben der MRT bleiben Lumbalpunktion und manchmal auch evozierte Potenziale bedeutsame Diagnoseverfahren bei MS. Wichtig ist der Ausschluss anderer Erkrankungen, die ähnliche Symptome wie die MS hervorrufen können.
Die McDonald-Kriterien sichern eine frühe Diagnose – bereits nach dem ersten Schub. Damit ermöglichen sie einen frühen Start der MS-Langzeittherapie, der angestrebt wird, um das Fortschreiten der Krankheit effektiv zu verzögern. Auch wenn die revidierten Kriterien die Diagnosestellung schneller und sicherer gemacht haben, bleibt sie schwierig und sollte erfahrenen MS-Spezialisten vorbehalten bleiben.
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