Geburtsmonat und Risikogen für Multiple Sklerose hängen zusammen
08.03.2010
Immer wieder finden Wissenschaftler Hinweise darauf, dass der Geburtsmonat das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken, beeinflusst. Nun haben britische Forscher herausgefunden, dass dies an einer Verknüpfung zwischen dem Geburtsmonat und dem Vorliegen des Risikogens für MS (HLA-DRB1*15) liegen könnte.George C. Ebers vom John Radcliffe Hospital in Oxford und Kollegen hatten mehr als 4800 MS-Patienten, mehr als 4000 Kontrollpersonen und 659 nicht betroffene Geschwister von MS-Patienten aus Kanada, Schweden und Norwegen auf ihren HLA-DRB1-Typ untersucht und diesen dann mit dem jeweiligen Geburtsmonat in Korrelation gesetzt.
Dabei zeigte sich, dass MS-Patienten, die das HLA-DRB1*15-Allel trugen, deutlich seltener im November geboren waren als Patienten ohne dieses Allel. Umgekehrt waren MS-Patienten, die das Risikogen trugen, signifikant häufiger im April zur Welt gekommen als Patienten ohne das Risikogen. Bei den Kontrollpersonen und nicht betroffenen Geschwistern fanden die Forscher keinen solchen Zusammenhang.
Daraus schlussfolgerten Ebers und Kollegen, dass zwischen dem Geburtsmonat, dem HLA-DRB1-Typ und dem MS-Risiko ein Zusammenhang besteht. "Offensichtlich erfolgt die Interaktion zwischen einem jahreszeitlichen Risikofaktor und dem Erbgut im Bereich des oder nahe des HLA-DRB1-Gens schon während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt", mutmaßen die Forscher.
Quelle: Neurology. 2009, 73(24): 2107-11.
© 2010 Biermann Medizin
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