Helmut-Bauer-Nachwuchspreis 2009 verliehen
08.02.2010
Zum sechsten Mal hat die Universitätsmedizin Göttingen den Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple-Sklerose-Forschung verliehen. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis teilen sich auch in diesem Jahr zwei Nachwuchswissenschaftler aus Berlin und Würzburg.Dr. Ulf Schulze-Topphoff forscht derzeit in der Cecilie-Vogt-Klinik an der Charité - Universitätsmedizin Berlin und am Max-Delbrück Centrum für Molekulare Medizin. Dabei konnte Schulze-Topphoff aufdecken, dass ein körpereigenes Kontrollsystem, das aus dem Herz-Kreislauf-Bereich bekannt ist, die Migration pathogener T-Zellen ins ZNS steuert. Die Schlüsselrolle spielt dabei ein auf T-Zellen des Immunsystems ansässiger Rezeptor, der so genannte Bradykinin-Rezeptor-1. In einem Tiermodell der Multiplen Sklerose konnte der Nachwuchsforscher zeigen, dass die Aktivierung dieses Rezeptors die Wanderung von Immunzellen über die Blut-Hirn-Schranke ins entzündete Zentralnervensystem mindert. Diese Entdeckung könnte möglicherweise ein neuer Ansatz zur Behandlung chronischer Entzündungen wie der Multiplen Sklerose sein.
Dr. Sven G. Meuth Meuth, Assistenzarzt an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg, erhält den Preis für seine Studie zur Rolle einer erstmals auf T-Lymphozyten beschriebenen Kaliumkanalfamilie und deren Einfluss auf die Funktion von T-Zellen. Anhand von detaillierten elektrophysiologischen Studien konnte er die Kanalfunktion grundlegend beschreiben. Zudem konnte er zeigen, dass diese möglicherweise molekulare Zielstrukturen für den Einsatz von Medikamenten sein könnten.
"Die Arbeiten beider Nachwuchswissenschaftler liefern neue, sehr grundlegende Erkenntnisse, um den Krankheitsverlauf bei Multiple Sklerose besser zu verstehen. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten haben Bedeutung für künftige neue Therapieentwicklungen bei der MS", sagt Prof. Dr. Wolfgang Brück, Direktor der Abteilung Neuropathologie an der Universität Göttingen.
Der Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple-Sklerose-Forschung ist nach dem ehemaligen Direktor der Neurologischen Klinik der Universität Göttingen benannt.
Quelle: Universitätsmedizin Göttingen, 25.11.2009
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