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Läsionen im Balken sagen Entwicklung einer Multiplen Sklerose voraus

05.03.2010

Niederländische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Läsionen im Corpus callosum, der quer verlaufenden Verbindung zwischen den beiden Hälften des Großhirns, die Progression eines klinisch isolierten Syndroms zur Multiplen Sklerose vorhersagen.

Dr. Rogier Q. Hintzen vom Erasmus MC in Rotterdam und Kollegen hatten an 155 Patienten mit einer ersten, auf Demyelinisierung hindeutenden Attacke die prognostische Aussagekraft von Läsionen im sogenannten Balken unabhängig von und in Kombination mit den MRT-Kriterien nach Barkhof untersucht.


Bei 64 Patienten trat innerhalb von durchschnittlich 23 Monaten eine MS auf. Davon waren zu mehr als der Hälfte (56 %) die Patienten betroffen, die zu Studienbeginn die Barkhof-Kriterien erfüllten (n = 57). Von den 98 Patienten, die diese Kriterien zu Studienbeginn nicht erfüllten, war nur jeder dritte (32 %) von einer Konversion betroffen.


Eine ähnliche Verteilung fand sich bei den Patienten, die zu Studienbeginn mindestens eine bzw. keine Läsion im Corpus callosum gezeigt hatten (29/51, 57 % vs. 34/104, 33 %).


Daraus errechneten die Wissenschaftler, dass das Erfüllen der Barkhof-Kriterien oder das Vorliegen mindestens einer Läsion im Balken das Risiko, eine MS zu entwickeln, um 80 Prozent erhöhte.


Im Vergleich zu Patienten, die die Barkhof-Kriterien nicht erfüllten und keine Balkenläsionen hatten, hatten Studienteilnehmer mit einer oder beiden dieser Voraussetzungen ein mehr als dreimal so hohes Risiko, dass sich das klinisch isolierte Syndrom zu einer Multiplen Sklerose weiterentwickelte. Bei Patienten, die zwar die Barkhof-Kriterien nicht erfüllten, aber mindestens eine Läsion im Corpus callosum zeigten, war das Risiko fast viermal so hoch.


Quelle: Neurology 2009; 73: 1837-1841.


© 2010 Biermann Medizin


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