Schottland: Geburtsmonat beeinflusst Risiko für Multiple Sklerose
11.03.2010
Im April Geborene haben ein deutlich höheres Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken, als Personen mit anderen Geburtsmonaten. Als Ursache hierfür vermuten schottische Forscher einen Vitamin-D-Mangel der Mütter in den frühen Schwangerschaftsmonaten, die in die lichtarmen Jahreszeiten fallen.Wie die Wissenschaftler im European Journal of Neurology berichten, hatten sie die Geburtsdaten von 1309 MS-Patienten aus dem Westen Schottlands mit denen von mehr als sechs Millionen Menschen landesweit und denen von mehr als 660.000 regionalen Kontrollpersonen verglichen.
Dabei fanden sie eine Häufung von Multiple-Sklerose-Erkrankungen bei den im Frühling Geborenen, wobei 22 Prozent mehr Fälle registriert wurden als rein statistisch zu erwarten gewesen wären (401 beobachtete vs. 328 erwartete Fälle). Der Geburtsmonat mit den meisten Erkrankungsfällen war für beide Geschlechter der April.
Weniger Fälle als erwartet traten bei den im Herbst Geborenen auf, wobei der Unterschied zu den regionalen Kontrollen rund 16 Prozent betrug (275 beobachtete vs. 328 erwartete Fälle).
"Unsere Studie, die größte in der schottischen Bevölkerung, zeigt, dass die Jahreszeit der Geburt und das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken, in Zusammenhang stehen. Die Identifizierung möglicher Umweltfaktoren, die für diesen Zusammenhang verantwortlich sind, bleibt allerdings eine Herausforderung", räumen die Autoren ein.
"Diese verblüffenden Ergebnisse stützen die Belege dafür, dass die Umwelt - insbesondere das Sonnenlicht - bei der Multiplen Sklerose eine Rolle spielt. Wir freuen uns, dass die Forschung das Puzzle der Ursachen, die diese Krankheit hervorrufen, weiter zusammensetzt", kommentierte der Vorstand der schottischen MS-Gesellschaft, David McNiven, die Ergebnisse.
Quelle: Eur Neurol. 2009, 63(1): 36-40.
© 2010 Biermann Medizin
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