Welche Prognose haben Langzeitpatienten mit Multipler Sklerose?
03.03.2010
Die Lebenserwartung von Patienten mit Multipler Sklerose unterschiedet sich nicht wesentlich von der allgemeinen Lebenserwartung der Bevölkerung. Allerdings machen sich viele MS-Patienten große Sorgen, wie sich ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten des sich oft über viele Jahre erstreckenden Krankheitsverlaufs entwickeln.Norwegische Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass nach 30-jährigem Krankheitsverlauf die Hälfte aller Patienten (48 %) unter eingeschränkten geistigen Fähigkeiten leidet. Knapp zwei Drittel der Betroffenen (60 %) benötigten wenigstens eine Gehhilfe (EDSS-Wert ³ 6,0), ein Viertel hatte einen EDSS-Wert von höchstens 3.
Wie C. Smestad und Kollegen von der Osloer Universitätsklinik im European Journal of Neurology berichten, hatten sie die Krankengeschichte von insgesamt 123 MS-Patienten über durchschnittlich 34,5 Jahre verfolgt. Dabei fanden sie als typische Beeinträchtigungen der Kognition mittelschwere Einschränkungen bei der Informationsverarbeitung, der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses.
Die weitere Auswertung ergab, dass ein jüngeres Alter bei Krankheitsausbruch und der Krankheitsverlauf (sekundär progressive vs. schubförmig remittierend) signifikant mit geistigen Beeinträchtigungen verknüpft waren.
Quelle: Eur J Neurol. 2009 Dec 29. [Epub ahead of print]
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