Aktutherapie bei Schüben: Kortikosteroide
Bei einem Schub kommen hoch dosierte Kortikoide als sogenannte „Pulstherapie“ zum Einsatz. Über drei bis fünf Tage werden Kortisonpräparate (Kortikoide, Kortikosteroide oder Glukokortikoide) intravenös gegeben, danach ausschleichend in Form von Tabletten. Diese Therapie spricht in der Regel rasch an und ist über den kurzen Zeitraum gut verträglich.
Wenn sich die Symptome nach der Akuttherapie nicht zurückbilden, ist eine Wiederholung der intravenösen Kortikoid-Pulstherapie nötig, eventuell mit einer höheren Dosis. Bilden sich die Schubsymptome auch danach nicht zurück, kommt nach Rücksprache mit einem MS-Zentrum ein Plasmapherese (eine Art Blutwäsche, bei der das Blutplasma von festen Elementen des Bluts getrennt wird) als weitere Akuttherapie infrage.
Eine Langzeitbehandlung mit Kortikoiden ist bei MS nicht sinnvoll, da sie keine Besserung bewirkt und mit zu starken Nebenwirkungen verbunden wäre.