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Langzeittherapie mit Interferonen

Die langfristige Basistherapie der MS zielt darauf ab, das fehlgeleitete Immunsystem positiv zu beeinflussen. Mit sogenannten immunmodulatorischen Medikamenten soll das Immunsystem normalisiert werden, sodass keine Antikörper körpereigene Strukturen angreifen. 

Ziel der Behandlung ist es, die Schubfrequenz und die Stärke der Schübe zu reduzieren, die Entwicklung neurologischer Defizite im Krankheitsverlauf zu verhindern und die Behinderungsprogression zu stoppen. Neue Studien haben ergeben, dass es bereits früh im Krankheitsverlauf zu Schädigungen des Nervengewebes im Zentralen Nervensystem kommt, auch wenn die Patienten dies nicht in Form von Schüben oder Beschwerden wahrnehmen. Eine frühe und konsequente immunmodulatorische Therapie ist wichtig, um vor diesen Schädigungen zu schützen.

Interferon-beta-Präparate werden bereit seit gut 15 Jahren als immunmodulatorische Therapie bei MS eingesetzt. Ihre Einführung brachte große Fortschritte: Patienten erleiden weniger Schübe, weniger Beeinträchtigungen und haben eine höhere Lebensqualität. Die Präparate zeigen eine gute Wirksamkeit, um die die Progression der Behinderung zu verzögern.

Wie wirkt Interferon-beta?


Interferone sind körpereigene Eiweiße, die über verschiedene Wirkmechanismen das Fortschreiten der MS aufhalten. Interferon-beta-Präparate vermindern die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für fehlgeleitete Immunzellen. Sie sind Gegenspieler der sogenannten Gamma-Interferone, die entzündungssteigernd wirken. Außerdem reduzieren Interferon-beta- Präparate die Aktivierung von Abwehrzellen. Diese Mechanismen verringern die Entzündungen im Zentralen Nervensystem von MS-Patienten und damit auch die Schädigungen von Nervenzellen.

Bei der Therapie mit Interferon-beta können grippeähnliche Symptome auftreten, die sich aber durch eine einschleichende Dosierung und die Gabe von Ibuprofen 400 kontrollieren lassen. Diese Nebenwirkungen treten nur in den ersten Monaten der Therapie auf. Des Weiteren kann es zu Hautirritationen an der Injektionsstelle kommen. Diese Nebenwirkungen lassen sich jedoch mit der richtigen Spritztechnik vermeiden. Patienten sollten den professionellen Schwesternservice in Anspruch nehmen, der sie in die richtige Durchführung des Spritzens einweist. 

Eine Alternative zu den Interferon-beta-Präparaten ist der Wirkstoff Glatirameracetat. Dieses Medikament blockiert speziell die Immunzellen, die das Myelin (die Schutzhülle der Nervenleitbahn) angreifen. Allerdings ist der Einfluss von Glatirameracetat auf die Behinderungsprogression bisher nicht zweifelsfrei belegt.


Service für Interferon- Patienten

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