Wie äußert sich die Krankheit?
Das Erscheinungsbild der MS ist vielgestaltig. Die Symptome hängen davon ab, in welchen Arealen von Gehirn und Rückenmark die Krankheitsprozesse ablaufen. Eine Schädigung der Sehnerven führt beispielsweise zu Sehstörungen. Treten Entzündungen im Rückenmark auf, kann es zum Beispiel zu Gefühls- oder motorischen Störungen in den Armen und Beinen kommen. Die Stärke und die Art der Beschwerden unterscheiden sich von Patient zu Patient. Folgende Symptome sind typisch bei Multipler Sklerose:Gefühlsstörungen
Bei rund einem Drittel der Patienten äußert sich die MS erstmals in Form von Gefühls- oder Sensibilitätsstörungen, zum Beispiel als Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Missempfindungen.
Wahrnehmungen von Doppelbildern gehören ebenso dazu wie Nebel- oder Schleiersehen. Die Sehstörungen können vorübergehend sein, manchmal aber auch zur beidseitigen Erblindung führen.
Sehen Sie sich hier ein Video zu Sehstörungen bei MS (eine Live-Simulation) an.
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Schwindel
Eine Schädigung des Gleichgewichtssinns kann mit Fallneigung, Liftgefühl, unangenehmem Drehgefühl oder Brechreiz verbunden sein.
Gehstörungen
Im Verlauf der Erkrankungen rücken zunehmend Störungen der Muskelkraft (Motorik) und Muskelspannung (Tonus) in den Vordergrund. Bei leichten Beschwerden fällt das Gehen auf längeren Strecken schwerer. Im weiteren Krankheitsverlauf können Steifigkeit oder Muskelschwäche das Gehen zunehmend behindern. Zusätzlich können krankhaft überhöhte Muskelanspannungen (Spastik) das Gehvermögen beeinträchtigen.
Koordinationsstörungen
Die Krankheit kann mit Schwierigkeiten einhergehen, gezielte Bewegungen auszuführen, zum Beispiel eine Tasse zum Mund zu führen.
Blasenfunktionsstörungen
Am häufigsten tritt ein imperativer Harndrang auf: Trotz häufigen Wasserlassens bleibt der Blasendrang bestehen. Im späteren Verlauf der Krankheit kann die Kontrolle über die Blasenfunktion vollständig verlorengehen.
Störungen der Sexualfunktion
Bei MS-Patienten kann es zu Potenzstörungen oder Gefühlsstörungen im Genitalbereich kommen. Auch unwillkürliche Muskelspannungen können die Sexualfunktion beeinträchtigen.
Störungen der Leistungsfähigkeit/Müdigkeit
Die Krankheit kann zu einer raschen Ermüdbarkeit (Fachleute sprechen von Fatigue) sowohl auf körperlicher als auch geistiger Ebene führen. Die Ausdauer ist reduziert und es kommt zu Konzentrationsstörungen.
Psychische Störungen
Viele Patienten entwickeln infolge der MS depressive Syndrome – unter anderem gekennzeichnet durch gedrückte Stimme, einem Gefühl der inneren Leere, Freud- und Antriebslosigkeit.
Je nach Verlauf der Krankheit können die Symptome vorübergehend sein oder sich dauerhaft bemerkbar machen. Mehr zum Verlauf.
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