An eine Nervensäge

Mein lieber Herr Uhthoff!

Da sind Sie wieder und hoffen wahrscheinlich immer noch – vergeblich, wie ich betonen muss -, dass ich Sie willkommen heiße. Freilich, Sie sind auch dieses Mal nicht unerwartet erschienen, wohl aber schon wieder unerwünscht. Meine Erfahrung mit Ihnen macht Sie wahrlich nicht sympathischer, denn es hat sich herausgestellt: Obwohl Sie nicht eingeladen sind, verschaffen Sie sich immer wieder Zutritt zu mir und beanspruchen Raum in meinem Leben. Was soll das? Überflüssig wie das Gießen der Balkonbepflanzung an einem Regentag tauchen Sie auf, wenn alle den Sommer genießen. Bester Freund des Nervenfressers folgen Sie offensichtlich einer Mission. Zu jeder Stunde, ja jeder Sekunde stellen Sie Ihr Tun wie ein eitler Geck in den Vordergrund und es wird unmöglich, Sie und den Nervenfresser zu vergessen. Meine Abneigung gegen Sie, das will ich nicht verhehlen, wächst ins Unermessliche und so muss ich ständig aufpassen, dass ich sie nicht auf den Sommer übertrage.

Eigentlich mag ich Sonne und erhöhte Temperaturen. Das gilt insbesondere, wenn sich letztere im Rahmen halten. Bis hierhin und nicht weiter, das heißt bei mir max. 20-22 Grad. Ob Innen- oder Außenbereich, hier ist die Grenze. Und diesseits bleiben Sie verschollen. Aber jenseits erscheinen Sie dann wieder. Ich werde nicht gefragt, sondern muss mit Ihnen und Ihrem Kumpel Nervenfresser leben. Aber drei sind nun mal einer zuviel! Gerne würde ich mehr machen als an Sie schreiben, doch verbrauchen Sie den Großteil meiner Energie. Alle meine Mieter, ob Mme. Fatigue, ob Herr Spastik, Frau Schmerz oder wie sie alle heißen, werden lauter, wenn Sie da sind. Meine weiße (Kühl-)Weste und alle guten Tipps unterstützen mich, können Sie aber nicht vertreiben.

Deshalb fordere ich Sie auf: Verschwinden Sie endlich! Sie sind eine Nervensäge, ein Quälgeist und Menschenverächter. Sie sind ein Vampir für Körper und Geist und deshalb sage ich: RAUS!!!

Viele Grüße

Claudia

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