Art der Ernährung hat keinen Einfluss auf MS

BOSTON (sr) – Lässt sich eine Multiple Sklerose durch eine gesunde Ernährung beeinflussen oder verhindern? Dieser Frage gingen Wissenschaftler vom Brigham and Women’s Hospital der Harvard Medical School, Abteilung für Neurologie, in Boston nach.

Ausgangspunkt der Studie war die Überlegung, dass einerseits eine ausreichende Vitamin D-Versorgung eine positive Auswirkung auf Entstehen und Verlauf einer MS haben, andererseits eine hochwertige, gesunde Ernährung auch einer Reihe anderer chronischer Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder Demenz vorbeugen kann.

Die Forscher werteten dazu Fragebögen aus, mit denen im Rahmen der in den USA durchgeführten Krankenschwestern-Gesundheitsstudie seit 1984 alle vier Jahre u.a. auch Fragen zur Ernährung der Teilnehmerinnen erhoben wurden. Unter den 185.000 zwischen 1984 und 2004 in die Studie aufgenommenen Frauen hatten 480 eine Multiple Sklerose. Die von diesen Studienteilnehmerinnen in den Fragebögen erhobenen Ernährungsgewohnheiten wurden nach vorgegebenen Kriterien (z. B. dem „Index mediterrane Ernährung“ oder dem „Index zur gesunden Ernährung“) hinsichtlich ihrer Qualität bewertet. Dabei stellte sich heraus, dass keiner dieser Indizes einen Einfluss auf das MS-Risiko hat. „Unsere Studie ist die erste große, prospektiv durchgeführte Untersuchung zum Beitrag der Ernährungsqualität zur MS-Entstehung“, stellt Dr. Dalia Liann Rotstein, Erstautorin der im Rahmen des diesjährigen ECTRIMS-Kongresses in Boston vorgestellten Studie, fest. „Wir haben dabei allerdings keinerlei Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Art der Ernährung und MS entdeckt.“

Quelle: Rotstein DL et al., Vortrag auf dem internationalen MS-Kongress ECTRIMS 2014 in Boston, Multiple Sclerosis Journal 2014; 20: (S1) 14–66