Auf los geht´s los: So bezwingst Du mit MS die Kletterwand

Gangstörungen und Kraftlosigkeit in den Beinen – bis zu 90 Prozent aller MS-Kranken sind im Verlauf der Erkrankung davon betroffen.185 Prozent der Betroffenen kämpfen mit Gefühlsstörungen in den Beinen und 80 Prozent mit Unsicherheiten beim Gehen und Stehen.1 Klar, diese Beschwerden sind sehr unangenehm und schränken ein – sind aber noch lange kein Grund sich den Spaß am Sport vermiesen zu lassen. Jetzt erst recht, finden wir und zeigen Dir, wie Du die Kletterwand trotz Deiner MS bezwingen kannst. 

Sport bringt nicht nur Spaß und baut Stress und Spannungen ab, bei chronischen Erkrankungen kann er sogar ein wichtiger Therapiebaustein sein – auch bei MS. Denn mit seiner Hilfe können Beschwerden wie Spastiken, Schwächen oder auch Koordinationsprobleme gelindert werden. Solltest Du an solchen Symptomen leiden, hilft Dir das Training, Ausdauer, Kraft, Koordination und Gleichgewicht zu schulen.2 Und genau das erhältst du beim Klettern.

Mit Indoorklettern gegen die Einschränkungen

Klettern wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden von Menschen mit Multipler Sklerose aus. Das zeigt die Klettergruppe „Die GäMSen“ aus Wuppertal. Deren Mitglieder sind überwiegend Multiple Sklerose-Patienten, die mit dem Klettern ihre körperlichen Einschränkungen für einen Moment vergessen wollen. „Wenn ich an einem Tag, an dem ich gerade so die Treppe hochkomme, in der Kletterwand oben angekommen bin, meinen Schweinehund überwunden habe, dann bin ich total stolz“, sagt Petra Weigel, Mitglied der GäMSe.

Die Idee der Klettergruppe ist einfach: MS-Patienten zu helfen, über sich hinaus zu wachsen. „Wir möchten sie erst einmal aus ihren Wohnungen oder – provokant gesagt – aus ihrem Rollstuhl an die Wand bekommen“, so Peter Weigel, Leiter der Klettergruppe „Die GäMSen“. Im zweiten Schritt geht es dann darum, die Kletterwand zu bezwingen. Eine Komponente, die dabei hilft, ist der Kontakt zu anderen Betroffenen. „Für mich ist es wichtig mit anderen MS-Erkrankten zu klettern. Denn sie können sich eher in mich hineinversetzen. Sie können beispielsweise nachvollziehen, dass man erst einmal eine längere Pause braucht, nachdem man eine Route geschafft hat“, sagt Petra Weigel.

Psychisch stark

Neben der körperlichen Leistungsfähigkeit fördert Klettern auch die psychische Gesundheit. Denn wenn MS-Betroffene ihre Grenzen überwinden und über sich selbst hinauswachsen, stärken sie auch ihr Selbstbewusstsein. Ein netter Nebeneffekt: In der Wand vergessen Patienten auch gern einmal, dass sie krank sind. „In der Zeit, in der Betroffene in der Wand sind, ist die Erkrankung außen vor. Es ist wirklich dieses, ich will es schaffen, ich will da hoch“, so Peter Weigel.