Viele Menschen mit Multipler Sklerose gehen trotz ihrer Erkrankung einer Beschäftigung nach. Zwei Drittel der Betroffenen arbeiten sogar „ganz normal“ in Vollzeit.1 Hier erfährst Du, worauf es beim Arbeiten mit Multipler Sklerose ankommt und wie Du auch im Job mit Deiner Erkrankung klar kommst.

Multiple Sklerose: Nicht ohne meine Arbeit

Mit chronischer Erkrankung einen Beruf auszuüben, kann eine große Herausforderung sein. Den Job aufzugeben ist dennoch für die wenigsten MS-Patientinnen und -Patienten eine ernstzunehmende Option. Viel zu wichtig ist das, was der Job neben dem Verdienst einbringt: soziale Kontakte, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und nicht zuletzt auch Normalität.

MS verläuft bei jedem Patienten unterschiedlich.1 Dein bisheriger Krankheitsverlauf kann eine Prognose geben, welche krankheitsbedingten Einschränkungen auf Dich zukommen könnten. Das heißt aber nicht, dass diese auch wirklich eintreten müssen.2 Lass Dich in erster Linie von Deinen Interessen leiten: Das Wichtigste ist, dass Du an dem, was Du machst, Spaß hast. Natürlich ist es wichtig, die MS bei der Berufswahl nicht ganz außer Acht zu lassen. Am besten legst Du Dir einen Plan B zurecht. Will meinen: Behalte Alternativen im Blick. Aber das sollten auch alle anderen (jungen) Menschen tun, die vor der Berufswahl oder einem Jobwechsel stehen. Keine Leidenschaft muss ewig bestehen – auch die für den vermeintlichen Traumberuf nicht. Perfekt, wenn Dir Deine Ausbildung dann die Option bietet, Dich beruflich zu verändern ohne gleich eine neue Ausbildung absolvieren zu müssen.

Für MS-Patienten ist zudem der Aspekt wichtig, ob der anvisierte oder bereits eingeschlagene Berufsweg Optionen bietet, sollte die MS zu starken körperlichen Einschränkungen führen.

Unterstützung am Arbeitsplatz

Klar kann sich die MS auf Deine Arbeit auswirken. Die häufigsten Symptome, die Patientinnen und Patienten in der Ausübung ihres Jobs einschränken, sind Fatigue, kognitive Einschränkungen und Empfindungsstörungen.1 Sollten sich im Verlauf Deiner MS Beschwerden entwickeln, die sich auf Deine Berufstätigkeit auswirken oder solltest Du bereits an Einschränkungen leiden, gibt es einige Hilfsmittel, die den Arbeitsalltag erleichtern können: MS-Patienten mit Beeinträchtigungen nutzen beispielsweise ergonomisches Mobiliar wie einen Bürostuhl mit Nackenstütze, einen dynamischen Schwingstuhl und/oder Bein-, Fuß- und Armauflagen.1 Des Weiteren arbeiten MS-Betroffene mit mobilen PC-Tablets, interaktiven Tafeln sowie einer Spracherkennungs- und Sprachsteuerungssoftware. Erkundige Dich am besten bei Deinem behandelnden Arzt oder Deiner Krankenkasse – dort erfährst Du, was Erleichterung am Arbeitsalltag schaffen kann. 

Kein Tabu?

Ob und wann Du Deinen Kollegen von Deiner Krankheit erzählst, bleibt selbstverständlich Dir überlassen. Wir raten Dir jedoch, offen mit Deiner Krankheit umzugehen. Wissen Deine Kollegen Bescheid, kann Dir das den Arbeitsalltag erleichtern – vor allem dann, wenn Du mit Beeinträchtigungen zu kämpfen hast. Wenn Du Deine Bedürfnisse offen aussprichst, kann möglicherweise eine Arbeitsgestaltung erfolgen, die auf Deine individuellen Fähigkeiten und Anforderungen zugeschnitten ist. Und keine Sorge: Nur weil Du offen über Deine Krankheit informierst, bedeutet das nicht, dass Du von da ab, nur noch auf die MS reduziert wirst. Dein offener Umgang kann und wird allen helfen, Dich als das zu sehen, was Du bist – ein liebenswerter Mensch, der nach Kräften mit anpackt und deshalb unverzichtbar ist.