Die Weihnachtstage mit Mineralwasser begehen und zum Jahreswechsel mit Limo anstoßen? Für viele Menschen ist das undenkbar, andere hingegen entscheiden sich – der Gesundheit zuliebe – ganz bewusst für Genuss ohne Alkohol. Darunter auch viele Menschen mit MS. Doch ist ein absoluter Alkohol-Verzicht wirklich notwendig?

Alkoholgenuss: okay – aber bitte in Maßen

Die wichtigste Antwort vorneweg: Ein rigoroser Verzicht auf Alkohol ist bei Multipler Sklerose nicht notwendig. Es spricht nichts gegen ein Glas Wein oder Bier, denn Alkoholgenuss in Maßen schadet nicht.1 2  Jedoch können sich Symptome wie Müdigkeit, Schwäche und Gleichgewichtsstörungen durch Alkoholgenuss verstärken.1  Und auch bestehende, durch die MS bedingte Schädigungen, die beispielsweise die Gangsicherheit oder die Augenbewegungen betreffen, können sich durch Alkoholeinfluss wieder stärker bemerkbar machen – auch wenn diese bislang kaum Schwierigkeiten gemacht haben.2

Gefährlicher Cocktail: Alkohol und Medikamente

Nicht alle Medikamente vertragen sich mit Alkohol. Hier kann es bei gleichzeitiger Einnahme zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen. Wenn Du Medikamente nimmst, frag sicherheitshalber Deinen Arzt, ob sich diese mit Alkohol vertragen, bevor Du Dir ein Gläschen gönnst.1

Genuss oder Zwang?

Wenn Du bei Medikamenteneinnahme das Okay Deines Arztes hast, kannst Du Dir also selbstverständlich ein Glas Weihnachtspunsch, Wein, Sekt oder Bier gönnen. Die wichtigste Voraussetzung: Du hast wirklich Lust dazu. Aus gesellschaftlichem Zwang, beziehungsweise Gruppenzwang mitzutrinken, ist dagegen die schlechteste Idee – ob mit oder ohne MS. Alkohol ist die gesellschaftlich am stärksten anerkannte Droge und entsprechend häufig sind die Gelegenheiten und Anlässe an denen Alkohol auch zwangsläufig konsumiert wird. Wer da nicht mitmachen will, wird schief angesehen und erntet mitunter dumme Sprüche. Lass Dich davon nicht beeindrucken und tu das, was sich für Dich gut und richtig anfühlt.