Vom 25. Mai bis 30. November 2016 konnten Patienten und Neurologen „ihre“ MS-Schwester des Jahres 2016 wählen. Jetzt stehen die zehn Schwestern fest, die bereits mit der Auszeichnung gewürdigt wurden. Sie alle helfen Patienten u.a. dabei, ein selbständiges und aktives Leben mit MS zu führen.

Wenn MS-Patienten Hilfe benötigen, dann sind sie zur Stelle: die MS-Schwestern. Sie helfen Betroffenen nicht nur mit ihrem Wissen über die Erkrankung, sondern bieten ihnen auch eine Stütze, wenn sie beispielsweise einfach mal nur jemanden zum Reden brauchen. Außerdem können sie Patienten gute Tipps geben, wie diese ihrer MS im Alltag die Stirn bieten und trotz der Erkrankung ein selbstständiges und freies Leben führen können.

Genau für diese Leistung wurden jetzt zehn MS-Schwestern mit dem Titel „MS-Schwester des Jahres 2016“ ausgezeichnet. Bereits zum neunten Mal verlieh das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck die Auszeichnung, in diesem Jahr unter dem Motto „Selbständig sein. Freiheit genießen“. Das Unternehmen würdigte damit die Arbeit der MS-Schwestern. Vielleicht ist auch Deine MS-Schwester unter ihnen?

Und die Auszeichnung geht an

Die zehn MS-Schwestern stammen aus verschiedenen Teilen Deutschlands. Sie alle standen im vergangenen Jahr einer Vielzahl an Menschen mit MS mit Rat und Tat zur Seite und erfüllten damit die Voraussetzungen für den Titel:

  • Die MS-Schwester unterstützt Betroffene dabei, möglichst selbständig zu sein.
  • Sie steht frisch diagnostizierten Patienten beim Therapieeinstieg zur Seite.
  • Sie hat in den letzten zwölf Monaten MS-Patienten betreut.

Diese zehn Schwestern wurden mit dem Titel ausgezeichnet:

  1. Anja Arns (Nervenärztliche Gemeinschaftspraxis Dres. Michael Meyer und Oliver Merse, Recklinghausen)
  2. Yvonne Döhr (Neurologische Gemeinschaftspraxis Dipl.-Med. Thiele, Dipl.- Med. Zirzow, Ueckermünde
  3. Silke Freier (Neurologie am Windberg, Dr. med. Dirk Freier, Freital)
  4. Michaela Graf (Nervenärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. med. Roland Roth, Brigitte Schmitt-Roth, Prof. Dr. med. Markus Weih, Nürnberg)
  5. Nadja von der Heyde (Neurozentrum Bielefeld, Praxis Dres. Böhringer und Partner, Bielefeld)
  6. Anja Kanzler (Gemeinschaftspraxis Dres. Heuberger und Gmeiner, Nürnberg)
  7. Nicole Krause (Gemeinschaftspraxis Dres. Martin und Birgit Gülekes, Duisburg)
  8. Huanita Molitor (freiberufliche MS-Schwester, Düren)
  9. Ursula Schreier-Simons (Neurologicum Aachen, Neurologische Gemeinschaftspraxis Prof. Dr. med. Till Waberski und Prof. Dr. med. René Gobbele, Aachen)
  10. Angela Walter (Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH, Brandenburg) 

Motivation ist das A und O

Die MS-Schwestern des Jahres 2016 nahmen voller Stolz ihre Auszeichnung entgegen. Sie bedankten sich nicht nur für den Titel, sondern gaben auch Einblicke in ihren Alltag. Dabei zeigte sich, dass viele MS-Patienten mit der Anwendung ihrer Therapie Probleme haben und dabei Hilfe benötigen oder durch ihre Behandlung im Alltag eingeschränkt werden. „Ich würde mir wünschen, dass man Medikamente findet, die ein geringeres Risiko haben, die weniger Therapiekontrollen erfordern und die einfache Applikationsformen besitzen“, sagt Silke Freier, MS-Schwester des Jahres 2016. Ein Wunsch den auch Mitstreiterin Anja Arns hat: „Für MS-Patienten wünsche ich mir, dass sie durch neue Therapien freier in die Zukunft blicken können, besser planen können. Sie sollten nicht mehr so häufig an die MS denken müssen und schubfreier sowie beschwerdefreier durchs Leben gehen können. Derzeit arrangieren sich die Patienten mit ihrer Erkrankung und werden täglich mit ihr konfrontiert. Das sollte für jeden einzelnen Betroffenen einfacher sein.“ 

Beide MS-Schwestern weisen Betroffene und deren Angehörige regelmäßig in Therapien ein. Dabei motivieren sie ihre Patienten immer wieder, die Therapie nicht abzubrechen, sondern konsequent fortzuführen. Eine Hartnäckigkeit, die sich auszahlt: Eine Untersuchung hat gezeigt, dass dank der Hilfe von MS-Schwestern, die Therapieabbruchrate in den ersten drei Monaten nach Therapiebeginn bei 1.426 Patienten mit schubförmiger MS von 26 Prozent auf 6,9 Prozent minimiert werden konnte.1

Wenn Du mehr über das Thema Therapietreue und -abbruch bei MS erfahren möchtest, lies Dir gern auch den Artikel „Wie hältst Du es mit Deiner Therapie?“ durch. Hier erfährst Du zum Beispiel, wie viele MS-Patienten ihre Therapie bereits einmal abgebrochen haben. Denke immer daran, eine regelmäßige Medikamenteneinnahme ist wichtig für den Erfolg Deiner Therapie. Solltest Du Probleme mit Deiner Behandlung haben, sprich mit Deinem Arzt. Auch Deine MS-Schwester kann Dir weiterhelfen. 

MS-Schwester: Pflegerin und Vertrauensperson zugleich

Wie Du vielleicht schon weißt, sind MS-Schwestern Krankenpfleger/-schwestern, die sich auf die Betreuung von Menschen mit MS spezialisiert haben. Sie betreuen vor allem frisch diagnostizierte Patienten, indem sie ihnen hilfreiche Informationen zu ihrer Therapie an die Hand geben und ihnen die richtige Anwendung zeigen. Doch wusstest Du auch, dass es derzeit noch keine spezielle Ausbildung zur MS-Schwester gibt? Bisher werden lediglich unterschiedliche Weiterbildungen angeboten. An einer einheitlichen Ausbildung beziehungsweise zertifizierten Zusatzausbildung wird gearbeitet.2 Solltest Du eine/n Krankenpfleger/-schwester kennen, der/die MS-Schwester werden möchte, dann empfehle ihm/ihr doch die Fachfortbildung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e. V. Dabei handelt es sich um eine seit Jahren etablierte Fortbildung.3

Von Herzen

Deine MS-Schwester war nicht unter den zehn MS-Schwestern des Jahres 2016? Du möchtest ihr aber trotzdem danken? Dann besorge ihr doch ein kleines Geschenk, beispielsweise Blumen, und versehe dieses mit dem kleinen Vermerk: Für meine MS-Schwester des Jahres. Solltest Du auf der Suche nach einer MS-Schwester sein, sprich mit Deinem Arzt. Er kann Dir einen Kontakt vermitteln.