Tipp eins

Nichts mehr aufschieben1

Klar, kann man nicht alles sofort erledigen. Aber wer unliebsame Aufgaben vor sich herschiebt, anstatt sie anzupacken, verschenkt vor allem Zeit und Energie. Denn durch das Aufschieben, hat man die Aufgabe zwar erst mal von der Backe, aber nur für sehr kurze Zeit. Denn wir haben ja trotzdem ständig im Hinterkopf, was wir schon längst erledigt haben sollten: mal wieder Tante Else anrufen, den Kleiderschrank ausmisten, das Auto gründlich putzen, den Keller aufräumen. Und jedes Mal wenn uns die Aufgabe wieder in den Sinn kommt, sind auch die negativen Gefühle, die wir damit verbinden wieder da. Also lieber bei nächster Gelegenheit zum Telefonhörer greifen oder sich einen festen Termin vornehmen, um die Ärmel hochzukrempeln und den Keller zu entrümpeln. Dann ist der Kopf frei und es bleibt mehr Zeit für mich.

Tipp zwei

Ansprüche runterschrauben oder Perfektionismus ausschalten

Wer perfektionistisch veranlagt ist, kann endlos lange an Aufgaben herumfeilen, die andere einfach erledigen. Dabei muss es nicht einmal eine zehnseitige Präsentation sein, Perfektionisten können schon das Flicken einer aufgetrennten Hosennaht zur Kunst erklären und sich entsprechend lange daran aufhalten. Besser: Pflichtaufgaben zügig erledigen, dadurch Zeit für Hobbies schaffen und den Perfektionismus dort ausleben.

Tipp drei

Kompromisse eingehen lernen

Manchmal haben wir bestimmte Vorstellungen, wie etwas zu laufen hat. Und das beginnt schon bei Kleinigkeiten wie dem Wochenendeinkauf. Klar, wenn es auf dem Markt das beste Gemüse gibt, wollen wir es gern auch dort kaufen. Um dann aber noch in den Drogeriemarkt (Duschgel ist alle, meine Handcreme gibt es nur da), in den anderen Drogeriemarkt (die bevorzugte Bodylotion gibt es nur da), in den Teeladen, den Supermarkt usw. zu hetzen? Kompromisse eingehen bedeutet beispielsweise, sich nicht jede Woche dem Einkaufsmarathon hinzugeben, sondern ausnahmsweise nur in den Supermarkt zu gehen und herauszufinden, was hier in Sachen Handcreme, Bodylotion oder Tee zur Auswahl steht. Das Schöne ist: Manchmal kann so ein Kompromiss positive Überraschungen hervorrufen, z. B. dann, wenn der Tee, den wir vorher nie aufs Kassenband gelegt hätten, plötzlich unverzichtbar wird.2

Tipp vier

Hilfe annehmen, Services nutzen oder neudeutsch Outsourcen3

Auf jemand Fremden angewiesen zu sein, ist lästig und auch unangenehm. Doch wenn man selbst beispielsweise Angst davor hat, sich ein Medikament zu verabreichen, sollte man sich helfen lassen und Stressmomente reduzieren. Du musst nicht alles selbst machen. Warum nicht Profis wie MS-Schwestern ranlassen? Von ihnen kann man sich auch super Tipps und wertvolle Informationen vor allem zur Therapie einholen. Solltest Du einmal Hilfe in puncto Job, Versicherung, Reisen oder anderen Dingen brauchen, kannst Du Dich beispielsweise an die Fachkräfte der Aktion Multiple Sklerose Erkrankter e. v. (Amsel e. V.) wenden. Bei alltäglichen Dingen können Dir Familie und Freunde unter die Arme greifen. Trau Dich ruhig, um Hilfe zu fragen.                                                                                                                                         

Tipp fünf

Nein sagen lernen

Hier eine Blutkontrolle, dort ein Arztgespräch. Um diese Termine kommt man leider häufig nicht drum herum. Schnell kann das mit anderen Verabredungen richtig stressig werden. Ein „Nein“ an der richtigen Stelle ausgesprochen, kann dann viel Zeit schenken. Klar, möchten wir alle immer gern überall dabei sein. Aber es ist auch völlig ok, nein zusagen und damit Prioritäten zu setzen. Bevor Du also das nächste Mal direkt „ja, klar“ rufst, geh kurz in Dich. Überlege, ob Du wirklich ausreichend Zeit hast. Wenn Du durch Deine Zusagen selbst in Stress geraten könntest, lehne höflich aber bestimmt ab.4Außerdem könnt ihr die Verabredung sicher verschieben!

Tipp sechs

Bewusst Pause machen1

Arbeiten gehen, den Haushalt erledigen und Freunde sowie die Familie treffen – manchmal reicht allein schon das aus, um so richtig in Stress zu geraten. Wenn dann noch eine häufige Medikamenteneinnahme und wiederkehrende Arztbesuche hinzukommen, wächst einem schnell alles über den Kopf. Und genau dann sind Pausen wichtig. Egal ob es um eine kurze Verschnaufpause im Alltag geht, um eine kleine Ruhepause am Arbeitstag oder gar um eine längere Auszeit wie einen Urlaub – Pausen sollten ebenso gewissenhaft eingeplant werden wie alle Pflichttermine. Pausen besser nicht dem Zufall überlassen, denn der kommt im Zweifel nie.