Wir wollten wissen, was stresst Euch im Alltag, welche Dinge hindern Euch in Eurer Spontanität und woraus zieht Ihr Kraft? Deshalb führten wir in unserer Facebook-Community eine kurze Umfrage durch. Vielleicht hast auch Du teilgenommen? Jetzt sind die Ergebnisse da und sie zeigen unter anderem: Der Job versetzt Euch in Stress.1 Der Druck ständig liefern zu müssen, ist eine wahre Belastung. So kostet es rund 45 Prozent aller Befragten Zeit und Nerven ständig Topleistungen erbringen zu müssen.1

Familie und Therapie als weitere Stressfaktoren

Auch die Familie macht es Euch nicht immer leicht. Wenn jedes Familienmitglied sich etwas anderes wünscht und man es allen recht machen will, steigt schnell der Stresspegel. Bei etwa 41 Prozent der Befragten ist dies so.1 Rund 21 Prozent stresst es hingegen, die Therapie ständig im Blick behalten zu müssen – das heißt, nicht nur alle Arzttermine im Kopf zu haben, sondern auch die Dinge, die mit der Einnahme der Medikamente einhergehen.1 So merkt ein Umfrageteilnehmer an: „Ich muss am Spritzentag vier Liter trinken, damit die Nebenwirkungen geringer sind. Wenn dann Meetings oder ähnliches anstehen, wird dies zur echten Belastung.“1

Auch die hohen Ansprüche an sich selbst sehen viele von Euch als Stressfaktor.1 Ihr setzt Euch selbst unter Druck, indem Ihr alles perfekt und Euch selbst recht machen wollt. Ein Umfrageteilnehmer beschreibt seine „Baustelle im Alltag“ zum Beispiel so, dass er selbst immer 100% geben will, obwohl manchmal nur 80 % möglich sind. Ein weiterer Aspekt der zu einer hohen Belastung im Alltag führt, ist der Haushalt.1 Nicht immer ist es für Euch einfach diesen zusammen mit allen Dingen unter einen Hut zu bringen.

„Mal eben” ist nicht

In puncto Spontanität kommen die Familie und der Beruf ebenfalls nicht gut weg. Sowohl die Sorge um die einzelnen Familienmitglieder als auch um die Arbeit hindern Euch (rund 43 Prozent) daran, einfach spontan zu sein.1 Dass Ihr immer planen müsst, liegt bei einigen von Euch zudem an der Angst vor dem nächsten Schub (rund 32 Prozent), aber auch an den ständigen Arztkontrollen (19 Prozent) und an der Belastung durch die Therapie (17 Prozent).1 „Es muss ständig alles geplant sein: die Kühlung der Medikamente etwa oder die Sicherheit, sich im Urlaub im Notfall gut behandelt zu fühlen“¹, so ein Umfrageteilnehmer. Auch gesundheitliche Einschränkungen wie Fatigue, Spastiken oder Schmerzen hindern Euch daran, Eurer Spontanität freien Lauf zu lassen, ebenso finanzielle Gründe.1

Mut statt Frust

Trotz allen Herausforderungen, vor denen Ihr steht, zeigt sich, dass Ihr immer wieder neuen Mut schöpft. Vor allem die Familie und Freunde helfen Euch dabei, wie unsere Umfrage zeigt. So zieht die Mehrheit von Euch (67 Prozent) Kraft aus dem Zusammenhalt mit der Familie und den Freunden.1 „Meine Kinder helfen mir, das Wesentliche zu sehen und das Unwichtige wegzulassen“¹, sagt ein Umfrageteilnehmer. 22 Prozent schöpfen zudem Mut durch die kontinuierliche Forschung und die Aussicht auf neue Therapien.1 19 Prozent sammeln ihre Kräfte, indem sie einfach einmal alles ausblenden, ihre Lieblingsserie schauen und dabei Eis essen. Andere ziehen ihre Energie aus ihrer Einstellung zum Leben.1 Sie motivieren sich immer wieder selbst und schöpfen Hoffnung, in dem sie optimistisch in den Tag gehen.1 Einige nutzen als Energiequelle Sport oder ihre Haustiere.1 „Meine Katze bringt mich immer wieder auf die Beine.“1

Nie die Hoffnung verlieren

Auch Du solltest Dich nicht entmutigen lassen. Schwierige Phasen gehen wieder vorbei. Und wenn Du nicht so lange warten möchtest, kannst Du einige Dinge selbst in die Hand nehmen. Sprich zum Beispiel mit Deinem Chef über Deine Arbeitsbelastung und Deine Sorgen. Vielleicht ist es möglich, einen Teil Deiner Arbeit an einen Kollegen abzugeben oder die Anforderungen runterzuschrauben? Auch ein Wechsel des Arbeitszeitmodells kann in manchen Fällen für Entlastung sorgen. Mehr Infos zu den einzelnen Modellen findest Du beispielsweise auf der Website der Bundesagentur für Arbeit. Was Dir im Job zusteht und auf was Du achten solltest, erfährst Du außerdem auf unserer Website.

Reden hilft auch in puncto Familie. Sprich mit Deinen Lieben darüber, dass Du Dir Gedanken um sie machst und dadurch in Deiner Spontanität eingeschränkt bist. Erkläre ihnen auch, dass es für Dich nicht immer leicht ist, alles unter einen Hut zu bringen, vor allem dann, wenn jeder etwas anderes möchte. Gemeinsam findet Ihr eine Lösung, wie es im Alltag für Dich einfacher wird. Solltet Ihr Euch nicht einig werden, lasst Euch helfen. Die Fachkräfte der Aktion Multiple Sklerose Erkrankter e.V. (Amsel e.V.) helfen Euch gern. Wie Du sie erreichen kannst, erfährst Du hier.

Wie unsere Umfrage zeigt, gibt es einige Dinge, die Dir dabei helfen können, Mut und Kraft zu schöpfen. So kann Sport dir beispielsweise helfen, die Dinge positiver zu sehen. Stand dieser bisher noch nicht auf der Liste Deiner Lieblingsfreizeitbeschäftigungen? Dann probiere doch einmal die eine oder andere Sportart aus. Es müssen nicht immer die Klassiker Fußball und Handball sein. Auch Indoorklettern ist mit MS möglich. Mehr Infos dazu erhältst Du hier.

Hast Du zu hohe Ansprüche an Dich selbst? Dann versuche, sie herunterzuschrauben. Schaue dafür, wo Du im Alltag Deine Messlatte tiefer legen kannst und erledige diese Dinge dann nur in dem Umfang, wie es nötig ist.2 Überlege außerdem, welche Aufgaben Du an andere abgeben kannst und lerne nein zu sagen. Nicht immer ist das am Anfang einfach. Du wirst aber sehen, wenn Du Dich einmal getraut hast, wird es leichter.

Solltest Du Probleme mit Deiner Therapie haben, ist es wichtig, dass Du diese nicht einfach abbrichst. In unserem Artikel „Wie hältst Du es mit Deiner Therapie?“ erfährst Du warum. Wichtig ist, dass Du mit Deinem Arzt über Deine Behandlung sprichst.