Wusstest Du, dass im vergangenen Winter rund 114.000 Menschen in Deutschland an der Grippe (Influenza) erkrankt sind?1 26.000 von ihnen mussten aufgrund ihrer Erkrankung sogar im Krankenhaus behandelt werden.1 Menschen mit chronischen Erkrankungen haben ein besonders hohes Risiko für schwere oder lebensbedrohliche Verläufe einer Grippeerkrankung.2 Bei MS-Patienten ist beispielsweise die Wahrscheinlichkeit, dass sie aufgrund einer Grippeerkrankung im Krankenhaus behandelt werden müssen, deutlich höher als für Menschen ohne Grunderkrankung.3 Außerdem kann die Grippe bei ihnen Krankheitsschübe auslösen. Das Risiko für einen Schub während der Grippeerkrankung ist mehr als doppelt so hoch wie in infektfreien Phasen.4 Darüber hinaus können diese Schübe in einem stärkeren Maße zu neurologischen Defiziten führen.4

Grippeschutz: Impfen oder nicht impfen?

Wie Du siehst, spricht einiges dafür, dass Du Dich jährlich gegen die Grippe impfen lassen solltest. Vielleicht hast auch Du schon einmal über eine Grippeimpfung nachgedacht? Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt es Dir auf jeden Fall.2 Wichtig für Dich zu wissen ist: Eine Grippeimpfung löst keine Krankheitsschübe aus, das haben Studien gezeigt.3 Allerdings kann die Impfung mit Nebenwirkungen wie vorübergehenden Kopf-, Glieder- und Gelenkschmerzen, Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit und Hautveränderungen an der Einstichstelle einhergehen – dies gilt für Menschen mit und ohne MS.3 Insgesamt überwiegt der Nutzen einer Grippeimpfung bei Weitem all diese Nebenwirkungen und vor allem die möglichen negativen Folgen einer Grippe bei MS-Patienten.3

Der Einfluss von Medikamenten auf die Grippeimpfung

Eine Grippeimpfung ist für Menschen mit Multiple Sklerose nach heutigem Wissenstand bedenkenlos einsetzbar. Jedoch sollte sie nicht immer angewendet werden, zum Beispiel dann, wenn Du gerade einen MS-Schub hast.5 Hinzukommt, dass einige MS-Therapien einen Einfluss auf die Impfwirkung haben können. So haben Untersuchungen gezeigt, dass immunsuppressive Therapien, also solche, die das Immunsystem unterdrücken, den Impferfolg dämpfen.3 Auch manche immunmodulatorische Therapien, welche darauf abzielen, die körpereigene Immunreaktion entweder zu verstärken oder zu verringern, können einen negativen Einfluss auf das Impfansprechen haben.6 Das betrifft beispielsweise den Wirkstoff Glatirameracetat.6 Interferon-beta-Präparate beeinträchtigen laut mehrerer Studien die Grippeimpfung hingegen nicht.3, 6

Wenn Du Dich vor der Grippewelle schützen willst, lass Dich vorzugsweise noch im Oktober oder November impfen. Sprich mit Deinem Arzt. Er kann Dir sagen, ob Deine Behandlung die Grippeimpfung beeinflussen kann. Falls das der Fall ist, kann er mit Dir auch Therapiemöglichkeiten besprechen, bei denen eine Impfung problemlos möglich ist.