Über 20 Jahre ist es her, dass die erste MS-Therapie auf den Markt kam und für viele Patienten Verbesserung brachte. Seitdem hat sich viel getan und mittlerweile gibt es eine große Auswahl an innovativen Therapien für die Behandlung von Multiple Sklerose. So kann heute gut auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patienten eingegangen werden – zum Beispiel, wenn eine bestimmte Behandlung nicht anschlägt oder nicht vertragen wird. Ein anderer Grund für einen Wechsel ist, wenn sich Patienten durch ihre jeweilige MS-Therapie im Alltag zu sehr belastet fühlen, zum Beispiel wegen der Verabreichungsform oder der häufigen Einnahme.

Doch oft scheuen sich Betroffene vor dem Schritt, ihre Therapie zu wechseln. So haben sie beispielsweise Angst vor möglichen Nebenwirkungen1, von denen sie gehört haben, oder auch vor einem neuen Schub.

Nicht verunsichern lassen

Wichtig ist, dass Du Dich nicht verunsichern lässt, wenn Du den Wunsch nach einer neuen Therapie hast. Du kannst Dich zum Beispiel auf der Internetseite der DMSG informieren oder Dich in der LMMS-Facebook-Community mit anderen Betroffenen austauschen. Behalte aber im Hinterkopf, dass jeder Patient anders ist – dementsprechend muss auch jeder die für sich am besten geeignete Therapie finden. Sprich dazu in Ruhe mit Deinem Arzt. Gemeinsam könnt Ihr abwägen, ob es sinnvoll ist, Deine Therapie zu wechseln und welche Therapie für Dich und Deine Bedürfnisse im Alltag am geeignetsten ist. Eine Rolle spielen könnte zum Beispiel Dein bevorzugter Einnahmerhythmus, eventuelle Nebenwirkungen oder auch, ob Du in naher Zukunft eine Familie gründen möchtest.

Das gilt es zu beachten

Dein Arzt wird Dir auch erklären, dass es bei einem Wechsel einige Dinge zu beachten gibt. Zum Beispiel spielen die Form Deiner Multiple Sklerose, der Verlauf und Deine aktuelle Symptomatik eine Rolle bei der Entscheidung für oder gegen eine Therapie.2 Von Bedeutung sind auch Wechselwirkungen: Nimmst Du mehrere Medikamente zur gleichen Zeit ein, können sie sich gegenseitig beeinflussen. Zwei Punkte wird Dein Arzt hierbei beachten:

  • Wechselwirkungen mit anderen, MS-unabhängigen Medikamenten, die deine Therapie beeinflussen könnten.2
  • Wechselwirkungen mit Deinen bisherigen MS-Medikamenten, genauer gesagt die sogenannte Auswaschzeit. Dabei handelt es sich um die Zeit, die der Wirkstoff noch im Körper verbleibt, obwohl das Medikament nicht mehr eingenommen wird. Sie hat zum Beispiel eine Auswirkung darauf, ob das neue Medikament direkt nach Beenden der aktuellen Therapie eingenommen werden kann.3, 4

Vor dem Therapiewechsel werden dann noch einmal unterschiedliche Tests gemacht, zum Beispiel Blutabnahmen oder ein MRT. Wenn durch die Untersuchungen sichergestellt wurde, dass einem Medikamentenwechsel nichts im Wege steht, kannst Du die Therapie gemeinsam mit Deinem Arzt umstellen.