Ein Berg Akten stapelt sich im Büro, zu Hause gibt es Streit aufgrund des geplanten Urlaubs und im Freundeskreis läuft es nicht rund – kommen Dir solche Momente bekannt vor? Mit ihnen lässt sich oft nicht einfach umgehen. Schon gesunde Menschen haben Probleme damit. Für Menschen mit Multiple Sklerose kann es noch schwieriger sein, solche Situationen zu bewältigen. Sie müssen nicht nur mit der stressigen Phase oder dem unangenehmen Moment an sich zurechtkommen, sondern auch ihre Krankheit im Blick behalten und darauf achten, dass mögliche Alltagsprobleme ihren Gesundheitszustand nicht beeinflussen.

Stress – Was steckt dahinter?

Um etwas gegen Stress unternehmen zu können, muss man erst einmal verstehen, was dahintersteckt. Wir helfen Dir dabei. Wusstest Du zum Beispiel, dass man zwischen gutem (Eustress) und schlechtem Stress (Distress) unterscheidet?

Bei Eustress handelt es sich um Stress, der Dich und Deinen Körper belastet, der aber als positiv empfunden wird.1 Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Du mit Freude und Begeistern auf der Suche nach einer Lösung für ein Problem bist und diese auch findest. Dann empfindest Du den Zeitdruck nicht als Stress. Bei Distress reagiert unser Körper hingegen mit Überforderung und Unbehaglichkeit.1

Sowohl Eustress als auch Distress werden durch sogenannte Stressoren ausgelöst.1 Diese können unterschiedliche Ursprünge haben – zum Beispiel eine hohe Selbsterwartung und eine innere psychische Anspannung oder aber auch äußere Umstände wie Lärm. Ob Du einen Stressor als positiv oder negativ empfindest, hängt von Dir ab.1 Bei Stress besteht bei jedem Menschen immer ein Ungleichgewicht zwischen inneren und äußeren Anforderungen. Jede Person hat verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren.1

Was passiert bei Stress im Körper?

Kommt es zu Stress, wird Dein Körper in Alarmbereitschaft versetzt.2 Das heißt, er schüttet Stresshormone aus, die dazu führen, dass in Sekundenbruchteilen, die Energie zur Verfügung steht, die gebraucht wird, um blitzschnell reagieren zu können.2 Dabei steigen Dein Puls und Dein Blutdruck an, Deine Sinne schärfen sich, es kommt zur Anspannung der Muskeln und zu einer schnelleren Atmung. Auf Stress körperlich zu reagieren, ist also ganz natürlich.2

Und was passiert bei MS?

In vielen Studien wurde bereits untersucht, ob Stress Schübe bei Multiple Sklerose auslösen kann. Es zeigte sich, dass ein möglicher Zusammenhang besteht und dass Stress die Symptome der MS-Erkrankung verschlechtern kann.1 Wissenschaftler der Charité und des Max-Delbrück-Centrums konnten in ihren Untersuchungen sogar einen Zusammenhang zwischen Stress und der Hirnatrophie bei MS feststellen.3

Weniger Stress dank Stressbewältigung

Die Frage, wie man gegen die negativen Auswirkungen von Stress bei MS vorgehen kann, beantwortete ein Forscherteam aus Chicago. Es zeigte, dass Stressmanagement eine positive Wirkung hat und Läsionen im Hirn vorbeugen kann.4

Du kannst also etwas tun.5 Gute Tipps zur Stressreduzierung sind zum Beispiel:1

  • Finde heraus, was Dich stresst. Dann kannst Du im Anschluss geeignete Strategien dagegen entwickeln.
  • Setze Dich nicht durch Versagensängste oder Perfektionismus unter Druck. Hinterfrage Deine Verhaltensweisen.
  • Versuche eine positive Sicht auf einzelne Dinge und das Leben zu finden.
  • Überdenke Dein Zeitmanagement. Setzte Dir Prioritäten und überlege Dir, wie viel Zeit Du Dir für bestimmte Dinge nehmen möchtest. Plane für Dich Pausen oder Zeitpuffer ein.

Solltest Du den Stress in Deinem Leben nicht aus eigener Kraft reduzieren können, kannst Du Dir auch professionelle Hilfe suchen und eine kognitive Verhaltenstherapie machen.1

Es gibt auch noch andere Methoden, um Stress zu reduzieren und für Entspannung zu sorgen. So können autogenes Training oder andere Entspannungstechniken ein Weg sein. Wichtig ist, dass Du für Dich herausfindest, was Dir am besten hilft. Natürlich kannst Du auch jederzeit Deinen Arzt um Hilfe oder nach weiteren Informationen fragen.

Abschalten nach Feierabend

Auch der Job kann eine große Stressquelle sein. Umso wichtiger ist es, dass Du Zuhause abschalten kannst. Doch das ist gar nicht so einfach. Hilfreiche Tipps, wie Du nach Feierabend abschalten kannst, findest Du in der neuen Ausgabe von unserem MS-Magazin Fre:)stil.

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