Welche medizinischen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen gibt es in der Neuromedizin? Was hat sich im Speziellen bei Multiple Sklerose getan? Welche Fortschritte gibt es in puncto Behandlung? Diese Fragen wurden vor ein paar Wochen auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) von Experten diskutiert. Dabei zeigte sich: Wissenschaftler waren in den vergangenen Jahren erfolgreich Faktoren auf der Spur, die Multiple Sklerose auslösen und den Verlauf der Krankheit beeinflussen.

Neueste Erkenntnisse im Bereich Biomarker

Die Überwachung von neuronalen Schäden ist eine von vielen Herausforderungen, der sich Mediziner bei Patienten mit schubförmiger MS stellen müssen. Mithilfe des neu entdeckten Biomarkers Neurofilament-light-chain-protein (kurz NfL) könnten sie künftig entlastet werden. Denn mit seiner Hilfe können die Mediziner zuverlässige Aussagen darüber treffen, wie weit Schäden an den Nervenfasern fortgeschritten sind.1 Das zeigten Untersuchungen.

NfL ist ein Bestandteil des sogenannten Zellskeletts. Dabei handelt es sich um eine Art Gerüst, das aus Proteinen besteht und die Architektur der Zellen stabilisiert. Teile des Zellskeletts treten bei Multiple Sklerose und neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer im Blut auf. Dort können sie durch spezielle Messmethoden bestimmt werden.

Obwohl noch viele Fragen zu klären sind, sprachen die Wissenschaftler auf dem DGN von einem Durchbruch in der MS-Forschung. Sie gehen davon aus, dass der Biomarker künftig bei der Therapie von Multiple Sklerose eine wichtige Rolle spielen wird.

Die Bedeutung von Biomarkern

Biomarker werden in der MS-Forschung und -Therapie genutzt, um eine Einschätzung zum Krankheitsverlauf und zur Aktivität der MS geben zu können. So ist es beispielsweise mit Hilfe von Biomarkern möglich, das Risiko für einen zweiten Schub zu bestimmen, wenn ein erster bereits vorlag. Mit Biomarkern können Mediziner auch vorherzusagen, wie gut Patienten auf Therapien ansprechen werden.2 Die Parameter helfen ebenfalls bei der Diagnose von Multiple Sklerose, wenn zum Beispiel bestimmte Umweltfaktoren, die man als Risikofaktoren deuten kann, vorhanden sind.3