Aufgeben gilt nicht

Portrait von Nadine Denkinger, MS-Schwester des Jahres 2013
Aufgezeichnet von Susanne Plaßmann und Maximilian Dorner

Eigentlich sollte man denken, dass eine Familie genug von einer Krankheit hat, wenn die eigene Mutter betroffen ist. Nicht so bei der von Nadine. Seit über zwanzig Jahren plagt sich ihre Mutter damit herum, und was passiert? Beide Töchter werden MS-Schwestern. Schließlich sind sie damit aufgewachsen und können nach ihrer Aus- und Weiterbildung zur MS-Schwestern auch daheim mit guten Tipps weiterhelfen. Dabei ist Nadine selbst gerade Mutter geworden und hat also mehrere Baustellen zu managen: Denn neben ihrer Arbeit muss sie sich auch um das neue Zuhause kümmern, dass gerade im Werden begriffen ist. Wie gut, dass alle in der Familie mithelfen!

Von Schicksal ihrer Mutter hat Nadine vor allem Eines gelernt: sich aufgeben kommt gar nicht in Frage. Und so versucht sie auch, ihre Patienten dazu zu bringen, eine Therapie durchzuziehen und nicht beim ersten Rückschlag damit aufzuhören. Bei einigen ihrer „Schäfchen“ muss sie da schon ganz schön hartnäckig bleiben, damit das klappt …

Eine Patientin hat sie so durch alle „Auf und Abs“ begleitet. Zwei Jahre nach der ersten Begegnung ging es dieser richtig schlecht. Und wieder zwei Jahre später funktionierte es mit dem Laufen wieder recht gut. Nadine besuchte sie, und schon bald lagen sie sich in den Armen. „Ohne Sie hätte ich das nicht geschafft!“, sagte die Frau.
Für die Betroffenen wünscht sich Nadine natürlich, dass die Krankheit heilbar wird, aber solange das nicht möglich ist, zumindest eines: Dass die von ihr Getroffenen lernen, damit umzugehen, indem sie diese akzeptieren. Und dran bleiben, auch wenn es mal nicht sofort besser wird. – Und für sich selbst? Erstmal fällt Nadine da gar nichts ein. Aber schließlich hat sie doch eine Idee: einen Australienurlaub, den wünscht sie sich, seit sie Fotos von Freunden gesehen hat, die dort waren. Ganz sicher wird sie auch an diesem Traum dranbleiben, dann wird er schon irgendwann wahr!