Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) mit subkutanem Interferon auch bei Kindern und Jugendlichen wirksam und sicher

New Orleans (sr) – Immunmodulierende Arzneimittel wurden im Rahmen klinischer Studien bisher im Wesentlichen bei Erwachsenen untersucht. Stoffwechselprozesse von Erwachsenen unterscheiden sich jedoch in einer Reihe von Punkten von denen im heranwachsenden Organismus. Aus diesem Grunde lassen sich die Ergebnisse solcher Studien nicht ohne weiteres auf Kinder und Jugendliche übertragen. Allerdings entwickeln bis zu 10 % der MS-Patienten ihre Erkrankung schon vor dem 16. Lebensjahr. Somit ist die Anwendung immunmodulierender Substanzen bei Kindern und Jugendlichen mit MS immer mit einem gewissen Risiko verbunden.Eine Forschergruppe um Dr. Daniela Pohl von der Kinderklinik von Ost-Ontario in Ottawa, Kanada, stellte nun im Rahmen des Kongresses der Amerikanischen Neurologischen Gesellschaft in New Orleans die Ergebnisse einer retrospektiven Analyse der Krankenakten von insgesamt 307 MS-Patienten vor. Diese Patienten waren aufgrund einer MS vor ihrem 18. Lebensjahr mit subkutan verabreichtem Interferon behandelt worden. Das mittlere Alter bei Behandlungsbeginn lag bei diesen Patienten bei 14 Jahren, 52 (17 %) davon waren jünger als 12 Jahre. Ausgewertet wurden u. a. die Verträglichkeit des Interferonpräparates sowie das Auftreten von Schüben und die Behinderungsprogression.Die Auswertung der Daten zeige, so D. Pohl in ihrer Präsentation, dass die meisten Kinder (< 12 Jahre) und Jugendlichen (12 bis < 18 Jahre), die Erwachsenen-Dosierungen von subkutanem Interferon gut vertrugen, ohne dass neue oder unerwartete Nebenwirkungen auftraten. Auch die Verringerung der Schubrate sei mit den entsprechenden Daten aus den bisherigen Studien konsistent.Quelle: Pohl, D. et al., 6. AAN Annual Meeting, 25. April 2012, Poster P04.119