Behandlung von Schlafstörungen hat bei MS einen positiven Einfluss auf die Fatigue

Quebec (sr) – Das sogenannte Fatigue-Syndrom ist charakterisiert durch schnelle Ermüdbarkeit und Energielosigkeit. Bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) ist es häufig die Folge von Schädigungen des Zentralnervensystems. Darüber hinaus gibt es aber auch Ursachen, die nicht direkt mit der MS zusammenhängen. So konnte ein Wissenschaftlerteam vom Gesundheitszentrum der McGill-Universität in Quebec, Kanada, zeigen, dass das Fatigue-Syndrom bei Betroffenen häufig mit dem Auftreten bestimmter Schlafstörungen wie der Schlafapnoe vergesellschaftet ist. Bei der Schlafapnoe kommt es während des Schlafes zu einem Sauerstoffmangel, der zu häufigem Aufwachen führt. Forscher um Dr. R. J. Kimoff vom gleichen Zentrum konnten nun nachweisen, dass eine adäquate Behandlung der Schlafstörungen auch einen positiven Einfluss auf die Fatigue der MS-Patienten besitzt. Dazu befragten sie insgesamt 62 MS-Patienten unter Verwendung standardisierter Fragebögen zur Schwere ihrer Fatigue, zum Grad ihrer Müdigkeit und zu ihrer Schlafqualität. Außerdem wurde eine Polysomnographie mit Messung des Langzeit-EKG, der Hirnströme, der Augenbewegung, des Atemflusses etc. durchgeführt. Patienten mit Schlafstörungen wurde danach eine Standardtherapie gegen ihre Schlafstörungen angeboten. Nach drei Monaten wurde die Befragung wiederholt. „Die therapierten Patienten zeigten gegenüber den Patienten, die sich gegen eine Therapie entschieden hatten, signifikante Verbesserungen“, erläutert Dr. Kimoff die Ergebnisse seiner Untersuchungen. „Dabei beziehen sich die Verbesserungen auf alle untersuchten Parameter. Positiv beeinflusst werden sowohl die Fatigue als auch die Müdigkeit und die Schlafqualität.“Quelle: Multiple Sclerosis Journal vor Druck online veröffentlicht am 22.08.2012, doi: 10.1177/1352458512455958