Bildgebende Verfahren erlauben Frühdiagnostik der MS

Genf (sr) – Bereits im frühen Stadium der Erkrankung können bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) Anzeichen einer Neurodegeneration auftreten. Besonders augenfällig ist dies beim Verlust der Hirnmasse. Während beim gesunden Erwachsenen das Gehirnvolumen im Jahr etwa 0,2-0,4% abnimmt, kann ein MS-Patient jährlich bis zu einem Prozent verlieren.Dies lässt sich mit einer neuen Methode der Volumenmessung mittels Magnetresonanz-Tomographie (MRT) genau bestimmen, so Professor Nicola de Stefano aus Siena bei einem Workshop der Firma Merck Serono.De Stefano untersuchte 963 Patienten mit früher bzw. später MS mittels MRT und berechnete aus den Ergebnissen die Volumenveränderung im Gehirn. Dabei zeigte sich insbesondere bei Patienten, die nicht behandelt wurden, im Verlauf der Erkrankung eine kontinuierlich fortschreitende Schädigung. Am besten schnitten dagegen die Patienten ab, die schon in einem frühen Stadium ihrer Erkrankung behandelt wurden.Eine Einschränkung gebe es jedoch, räumt de Stefano ein: „Der Schwund von Hirngewebe ist eine komplexe Angelegenheit, bei der nicht nur die Nervenzellen eine Rolle spielen, sondern auch eine Reihe anderer Faktoren, wie die Elektrolytkonzentrationen in den Zellen.“Trotzdem sei Volumenmessung mittels MRT eine zuverlässige Methode Schädigungen von Nervenfasern zu erkennen, so de Stefan abschließend.Quelle: Current Congress Februar 2011, Neurodegenerative Diseases Discovery Day