Biomarker können MS-Diagnose erleichtern

New Orleans (sr) – Krankheiten wie die Multiple Sklerose (MS) durch einen einfachen Labortest zu sichern, war bisher Zukunftsmusik. Weder in der Rückenmarksflüssigkeit noch im Blut konnten bisher Substanzen nachgewiesen werden, die spezifisch für das Krankheitsgeschehen bei der MS sind und damit die Diagnose der Krankheit erleichtern könnten (sogenannte Biomarker). Dr. Ursula Schulte-Wrede und Kollegen aus Berlin ist es nun gelungen, auf der Oberfläche von Zellen des Immunsystems spezielle Merkmale zu identifizieren, mit deren Hilfe sich Patienten mit einer Frühform der MS von normalen gesunden Personen unterscheiden lassen.Dies gelang ihnen mithilfe der sogenannten Durchflusszytometrie, einer Methode, die es erlaubt, Zellen aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften zu sortieren (z. B. der Anwesenheit unterschiedlicher Eiweißstoffe auf der Außenseite von Zellen).Wie die Forscher nun auf der diesjährigen Tagung der Amerikanischen Neurologischen Akademie berichteten, unterscheiden sich Zellen von MS-Patienten und solche von Gesunden in einer ganzen Reihe von Parametern. So war zum Beispiel die Zahl der Interferon-gamma-Rezeptoren auf den sogenannten NK-Zellen (natürliche Killerzellen) der MS-Patienten deutlich erhöht.”Bisher waren robuste Oberflächenmarker, mit denen man Zellen von MS-Patienten sicher von solchen gesunder Personen unterscheiden kann, nicht verfügbar”, resümiert Dr. Schulte-Wrede. “Mithilfe der Durchflusszytometrie ist es uns nun erstmals gelungen, auf Zellen des Immunsystems MS-spezifische Strukturen nachzuweisen.”Quelle: U Schulte-Wrede et al. Identification of Immunophenotypic Signatures in the Innate Immune System of MS Patients by Multiparametric Flow Cytometry, Poster AAN, New Orleans 2012, P02.098