Blutzellen gegen Hirnentzündung

KOPENHAGEN (sr) – Eine Überaktivität des Immunsystems kann zu einer chronischen Entzündung führen. Bei der MS führt eine Überaktivität bestimmter Immunzellen (T-Zellen) zu einer chronischen Entzündung des Gehirns und in der Folge zu einer Degeneration von Hirnzellen.

Wissenschaftler der Universität Kopenhagen um Professor Yawei Liu und Professor Shohreh Issazadeh-Navikas haben nun bestimmte Blutzellen identifiziert, die hyperaktive T-Zellen im Blut von Patienten mit MS neutralisieren können. Indem sie diese Zellen stimulierten, konnten die Forscher in einem Modellexperiment die Gehirnentzündung signifikant verringern. Die neu entdeckten Blutzellen gehören zu den Lymphozyten, einem Typ von weißen Blutkörperchen. Diese Zellen enthalten ein Molekül mit der Bezeichnung FoxA1, das für die Unterdrückung der Entzündung verantwortlich zu sein scheint.
In einem weiteren Experiment untersuchte die Forschergruppe aus Kopenhagen Blutproben von MS-Patienten vor und nach zweijähriger Behandlung mit Interferon beta. Dabei fanden sie heraus, dass bei Patienten, die gut auf die Behandlung angesprochen hatten, eine höhere Anzahl dieses neuen Blutzelltyps nachzuweisen war. „Vom therapeutischen Standpunkt sind unsere Ergebnisse hochinteressant“, sagt Professor Shohreh Issazadeh-Navikas. Wir hoffen, dass sie uns helfen können, für Patienten, bei denen die existierenden Arzneimittel nicht wirken, neue Behandlungsoptionen zu finden.“

Quelle: Medical News Today 19. Februar 2014