Botulinumtoxin A hilft gegen Zittern bei Multipler Sklerose (MS)

Melbourne (sr) – Eine Injektion mit Botulinumtoxin A kann helfen, das bei vielen MS-Patienten auftretende Zittern der Arme und Hände zu lindern.Etwa die Hälfte der Patienten mit Multipler Sklerose ist von sogenannten „ataktischen Bewegungsstörungen betroffen. Eine häufige Form dieser „Ataxien“ ist der Tremor – das gleichmäßige Zittern eines Körperteils. Viele dieser Patienten fühlen sich dadurch in ihrem Alltag stark beeinträchtigt.Eine Forschergruppe um Anneke van der Walt von der Universitätsklinik Melbourne hat nun in einer kürzlich in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlichten Studie getestet, ob Botulinumtoxin A gegen das MS-bedingte Zittern wirksam ist. In die Studie eingeschlossen wurden 23 MS-Patienten, die an mindestens mäßigem, meist grobschlägigem Tremor der oberen Gliedmaßen litten. Der Grad des Tremors wurde mit der Bain-Skala bestimmt (0–3: kein bis leichter Tremor; 4–6: mäßiger Tremor; 7–10: schwerer Tremor). Anschließend erhielten sie im Cross-over-Verfahren* zu Beginn der Studie und nach drei Monaten Injektionen von Botulinumtoxin A oder Placebo in die am Tremor beteiligten Muskeln. Anhand der Werte der Bain-Skala wurde dann untersucht,  wie sich die Botulinumtoxin-Injektionen auf die Schwere des Tremors, auf die Handschrift sowie auf die Fähigkeit, eine Spirale zu zeichnen, auswirkte.Es zeigte sich, dass die meisten Patienten nach den Injektionen nur noch einen leichten statt, wie zu Studienbeginn, einen mäßigen Tremor hatten. Der Effekt war nach sechs und zwölf Wochen signifikant. Auch das Schriftbild und die Fähigkeit, eine Spirale zu zeichnen, verbesserten sich. „Gezielte Injektionen von Botulinumtoxin A bessern den Armtremor und die damit verbundenen Behinderungen von MS-Patienten signifikant“, fassen die australischen Forscher ihre Ergebnisse zusammen. Allerdings müssten die positiven Resultate beim MS-Tremor nun in einer größeren Phase-III-Studie bestätigt werden.*Beim Cross-over-Verfahren erhält jeder Patient nach dem Zufallsprinzip entweder das wirksame Arzneimittel (Verum) oder ein Scheinpräparat (Placebo). Zur Studienmitte werden dann Verum- und Placebogruppe gewechselt.Quelle: springermedizin.de, nach:  Van Der Walt A. et al., A double-blind, randomized, controlled study of botulinum toxin type A in MS-related tremor. Neurology 2012; 79: 92–99