Cannabis nicht wirksam bei Multipler Sklerose

Plymouth (sr) – Cannabis bzw. sein Hauptwirkstoff, das Tetrahydrocannabiol (THC) wird bei einer Reihe von Krankheiten schon seit längerer Zeit als potentielles Arzneimittel diskutiert. Auch bei der Multiplen Sklerose hoffte man, dass man mit THC das Fortschreiten der progressiven Form der Krankheit verlangsamen könnte. Dies hat sich nun nicht bestätigt, wie die Ergebnisse einer großen englischen Studie gezeigt haben. In die Studie wurden 500 MS-Patienten aus 27 Zentren über einen Zeitraum von acht Jahren eingeschlossen. Ein Teil der Patienten wurde 3 Jahre lang mit THC-Kapseln behandelt, die restlichen Patienten erhielten über den gleichen Zeitraum ein Scheinmedikament (Placebo). Ausgewertet wurden bei den Patienten u.a. die Behinderungsprogression anhand der EDSS-Skala sowie die Selbsteinschätzung der Patienten hinsichtlich des Einflusses der Krankheit auf ihr Befinden. Dabei ergab sich nach der Behandlungszeit kein Hinweis darauf, dass THC einen merklichen Einfluss auf das Fortschreiten der Krankheit hatte. “Bisher gibt es keine Behandlungsoption, die das Fortschreiten einer MS verlangsamt, sobald sie in die progressive Form übergegangen ist“, sagt Professor John Zajicek, Neurowissenschaftler von der Universitätsklinik Plymouth in England und Mitautor der Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift Lancet Neurology veröffentlicht wurde. “Unsere  Studie konnte die Ergebnisse vorheriger Laboruntersuchungen nicht bestätigen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass THC auf längere Sicht zu einer Verlangsamung der Behinderungsprogression bei Multipler Sklerose führt.”Quelle: Medical News Today, 25.07.2013