Degeneration der Hirnrinde korreliert mit kognitiven Störungen bei MS

Padua (sr) – Kognitive Beeinträchtigungen zeigen sich während des Krankheitsverlaufs bei 40 % bis 65 % der Patienten mit MS. Diese Störungen, die sich als Defizite des Langzeitgedächtnisses, der Aufmerksamkeit oder der Konzentrationsfähigkeit äußern, tragen nicht unwesentlich zur Behinderung der Betroffenen bei. Zurückzuführen sind sie nicht zuletzt auf Läsionen in der grauen Rindensubstanz des Gehirns.Dies konnte eine Arbeitsgruppe um Professor M. Calabrese von der Universitätsklinik Padua zeigen. In einer in den „Archives of Neurology“ erschienen Publikation berichtet er über eine Studie mit 70 MS-Patienten. Mittels neuropsychologischer Tests untersuchten die Wissenschaftler den Grad der kognitiven Beeinträchtigung der Patienten. Gleichzeitig wurden mithilfe der Magnetresonanztomographie Anzahl und Volumen von Läsionen in der Hirnrinde bestimmt.Dabei zeigte sich, dass Patienten mit kognitiven Einschränkungen eine wesentlich höhere Anzahl von Läsionen sowie ein geringeres Volumen des Gehirns bzw. der grauen Hirnsubstanz hatten als Patienten ohne kognitive Störungen. Zahl und Volumen der Läsionen korrelieren dabei, wie Calabrese und Kollegen in ihrer Veröffentlichung kommentieren, sowohl mit dem Grad der kognitiven Beeinträchtigung insgesamt als auch mit Defiziten bei einzelnen Parametern wie der Konzentration, der Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung und des Gedächtnisses.Quelle: Archives of Neurology 2009;66(9):1144-1150