Depressionen und Angst verstärken Migräne bei MS

Depressionen und Angst verstärken Migräne bei MSRom (sr) – Besonders junge Frauen mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS) leiden häufig unter Migräne. Die Faktoren, die zu dieser unangenehmen Begleiterkrankung der MS führen wurden nun von einer Arbeitsgruppe des Kopfschmerzzentrums der Sapienza Universität in Rom um Dr. Veronica Villani untersucht und in der Fachzeitschrift „Neurological Sciences“ veröffentlicht. Dr. Villani und Kollegen werteten dazu die Daten von 205 Patienten mit schubförmiger MS aus, von denen 102 (49,8 %) regelmäßig unter Migräne litten. Etwa ein Drittel dieser Patienten erhielt eine spezifische Migränetherapie. 10,8 % nahmen prophylaktisch Schmerzmittel ein und nur 2,9 % erhielten Triptane als Arzneimitteltherapie. Diese Zahlen sind signifikant geringer als bei einer vergleichbaren Kontrollgruppe von Migränepatienten ohne MS, so Dr. Villani. Als Faktoren, die mit einer mittleren bis schweren Behinderung aufgrund einer Migräne einhergingen, wurden Depressionen, ein ängstlicher Charakter des Patienten sowie eine Interferon-beta-Behandlung identifiziert.„Wir glauben, dass eine Berücksichtigung der Faktoren, die bei MS-Patienten zu Migräne führen, ein besseres Therapiemanagement ermöglicht“, fasst Dr. Villani ihre Ergebnisse zusammen. „Wir benötigen für diese Patienten einen maßgeschneiderten Therapieansatz um ihre Lebensqualität zu verbessern und die Last zu verringern, die sie durch das gleichzeitige Vorliegen von zwei chronischen und behindernden Erkrankungen zu tragen haben.“Quelle: Neurol. Sci. 2012 Dezember, Band 33(6), S 1345-1353