Der informierte Patient – Wichtig für den Therapieerfolg

Hamburg (sr) – Mangelnde Therapietreue (sogenannte „Nicht-Adhärenz“) ist oft eine Ursache für fehlenden Therapieerfolg – nicht zuletzt auch bei der Behandlung der MS. So zeigen neue Daten zum Teil erhebliche Raten von Nicht-Adhärenz. Gründe dafür sind oft fehlende Informationen über Krankheitsverlauf und über die Vor- und Nachteile einer bestimmten Behandlungsoption. Dadurch sind die Patienten nicht in der Lage, für sich eine informierte Entscheidung für oder gegen eine Therapie zu treffen.Einerseits haben Untersuchungen der Arbeitsgruppe von Prof. Christoph Heesen von der Universitätsklinik Hamburg gezeigt, dass gerade MS Patienten bei ihrer Therapie maßgeblich mitbestimmen wollen. Andererseits besteht laut Prof. Heesen ein deutlicher Informationsbedarf bei insgesamt geringem MS Risikowissen.Eine Voraussetzung dem abzuhelfen, ist die Bereitstellung von geeigneten, dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechenden Patienteninformationen. Häufig spielen aber auch persönliche Werte und Präferenzen eine Rolle bei der Entscheidungsfindung. In diesen Fällen können oft strukturierte Schulungsprogramme weiterhelfen.Ein solches Schulungsprogramm mit insgesamt 150 MS-Patienten zur Verbesserung der Patientenautonomie beim Schubmanagement in der MS wurde von Prof. Heesen beim 8. Interaktiven MS Symposium der Firma Merck Serono vorgestellt. Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen und Erwartungen wurde den Patienten im Rahmen dieses Programms Wissen über ihre Krankheit vermittelt und gemeinsam mit Ihnen persönliche Strategien zum Krankheits- und Schubmanagement entwickelt. Dabei zeigte sich als Ergebnis, dass trainierte Patienten unabhängig von ihrer Medikation weniger Schübe zeigten. Ein Ergebnis, dass „ein Mehr an Selbstmanagementkompetenz möglicherweise auch den Krankheitsprozess mitbeeinflusst,“ so Prof. Heesen in seinem VortragQuelle: C. Heesen: Der informierte Patient, 8. Interaktives Symposium Merck Serono, Hamburg, 06.02.2012