Die Gehgeschwindigkeit ist ein Maß für die Schwere der MS

MINNEAPOLIS (sr) Nach den Ergebnissen einer Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde, lässt sich die Progression und die Schwere einer MS möglicherweise anhand der Messung der Zeit bestimmen, die ein Patient benötigt, um den „Timed 25-Foot Walk-Test“, einen Gehtest über eine festgelegte Strecke von ca. 7,60 m, zu absolvieren.

Dieser Test wird üblicherweise verwendet, um bei Menschen mit MS den Grad der Behinderung zu bestimmen. Für die Studie ließen die Wissenschaftler um Dr. Myla D. Goldman von der Universität Virginia in Charlottesville nun 159 Patienten den Gehtest durchführen. Darüber hinaus wurden die Patienten über ihr Anstellungsverhältnis, ihre Fähigkeit zur Bewältigung täglicher Aktivitäten sowie zur Notwendigkeit der Nutzung von Gehhilfen befragt. Mit weiteren 95 MS-Patienten wurden die Ergebnisse anschließend bestätigt.
Es zeigte sich, dass Patienten, die länger als sechs Sekunden benötigten, um die Strecke zurückzulegen mit höherer Wahrscheinlichkeit arbeitsunfähig waren, aufgrund ihrer Behinderung bereits Veränderungen im beruflichen Alltag hinnehmen mussten, einen Stock benutzten und Hilfe bei alltäglichen Aufgaben benötigten. Von den Patienten, die weniger als sechs Sekunden benötigten, hatten 59 % eine Anstellung, während es bei den Betroffenen, die länger als 6 Sekunden benötigten nur 29 % waren. 43 % der Patienten mit normaler Gehfähigkeit berichteten über Veränderungen im beruflichen Alltag gegenüber 71 % in der Gruppe mit Einschränkungen. Studienteilnehmer, die acht Sekunden und länger für die Gehstrecke benötigten, waren mit höherer Wahrscheinlichkeit arbeitslos, geschieden, benötigten eine Gehhilfe und hatten Schwierigkeiten bei täglichen Aktivitäten wie Einkaufen, Putzen, Kochen und Wäsche waschen. „Wir wissen schon länger, dass der „Timed 25-Foot Walk-Test“ eine der besten Methoden ist, um die Behinderung von MS-Betroffenen einzuschätzen”, erklärt Dr. Goldman. “Unsere Studie zeigt nun, dass die Gehfähigkeit auch eine Aussage über den Einfluss der Krankheitsprogression und der körperlichen Beeinträchtigung auf den Alltag der von MS Betroffenen erlaubt.”

Quelle: Neurology 19. November 2013 Bd. 81 Nr. 21 S. 1856-1863