Die Netzhaut-Dicke korreliert bei MS-Patienten mit der Krankheitsaktivität

Baltimore (sr) – Mit einer preiswerten, kurzen Untersuchung der Augen ist man in der Lage, das Ausmaß  der Nervenzell-Zerstörung bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) abzuschätzen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die Prof. Peter A. Calabresi, Neurologe an der Johns Hopkins Universität in Baltimore, durchgeführt und kürzlich in der Fachzeitschrift „Lancet Neurology“ veröffentlicht hat. Mit der sogenannten optischen Kohärenz-Tomographie (OCT) führten Calabresi und sein Team bei 164 Patienten mit MS und 60 gesunden Kontrollpersonen Messungen der Dicke bzw. von Schwellungen der inneren Körnerschicht der Netzhaut (Retina) durch. Parallel dazu wurden Magnetresonanz-Tomogramme (MRT) des Gehirne der Studienteilnehmer angefertigt sowie deren Behinderungsstatus erhoben. Dabei zeigte sich eine klare Korrelation zwischen der mittels OCT gemessenen Entzündung und Schwellung in der Retina und der Entzündungsaktivität im MRT. „Diese Korrelation bestätigt der Wert einer Untersuchung der Retina zur Beurteilung der neuronalen Degeneration”, so Calabresi und Kollegen in ihrem Artikel. Mit der Methode seien die Ärzte nun in der Lage, auf einfache Art und Weise das Fortschreiten der MS zu verfolgen und ihre Therapie darauf abzustellen.Quelle: Lancet Neurology 2012 Nov;11(11):963-72