Eine gute kognitive Reserve schützt bei MS vor der Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit

Philadelphia (sr) Warum erleiden einige Betroffene mit Multipler Sklerose einen fortschreitenden Abbau ihrer geistigen Leistungsfähigkeit, während andere ihre geistigen Fähigkeiten trotz des Fortschreitens ihrer Krankheit aufrechterhalten können?

Dieser Frage ging ein internationales Forscherteam aus den USA, Italien und Serbien um Dr. James Sumowski vom Kessler Forschungsinstitut in New Orange, New Jersey, nach.
In ihrer Studie untersuchten sie u.a. Gedächtnisleistung, Vokabular (als Maß der kognitiven Reserve) und das Hirnvolumen (als Maß der Gehirnreserve) sowie das Fortschreiten der MS von 40 Patienten mit MS jeweils zu Studienbeginn und nach 4,5 Jahren.

Als kognitive Reserven bzw. Gehirnreserven werden die geistigen Potenziale bezeichnet, die der Mensch üblicherweise nicht benötigt, auf die er aber zurückgreift, wenn die geistigen Fähigkeiten aufgrund von Alter oder Erkrankungen allmählich nachlassen. Geistige Tätigkeit, berufliche Fertigkeiten, Sprachvermögen usw. führen zu einer kognitiven Stimulation und verbessern die kognitive Reserve.
„Die Ergebnisse der Studie zeigen die protektive Wirkung einer guten kognitiven Reserve“, bemerkt Dr. Sumowski bei der Präsentation seiner Ergebnisse anlässlich der diesjährigen Jahrestagung der Amerikanischen Neurologischen Akademie (AAN) in Philadelphia. „Patienten mit größerer intellektueller Anregung (kognitive Reserve) zeigten einen geringeren Abbau ihrer geistigen Leistungsfähigkeit. Patienten mit größerem Hirnvolumen (Gehirnreserve) zeigten in unserer Studie darüber hinaus eine deutlich bessere kognitive Effizienz“.

So bestätigen die Studienergebnisse nach Meinung der Forscher nicht nur die protektiven Wirkungen der Gehirnreserve und der kognitiven Reserve, sondern zeigen auch, dass die günstigen Auswirkungen eines geistig regen Lebens über Jahre hinweg anhalten.

Quelle: Medical News Today vom 4. Mai 2014