Elektronische Injektoren – Therapietreue erstmals objektiv messbar

München (sr) – Mangelhafte Therapietreue und in der Folge davon fehlende  Wirksamkeit der therapeutischen Maßnahmen ist insbesondere bei der Langzeitbehandlung von chronischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose (MS) ein ernstes Problem. Eine elektronische Injektionshilfe kann hier eine sinnvolle und nützliche Hilfe sowohl für die Patienten als auch für den Arzt sein.Wie Dr. med. Ulrich Fulda, Darmstadt, anlässlich eines Pressegesprächs der Firma Merck Serono in München erklärte, können z.B. ein integriertes elektronisches Tagebuch die regelmäßige und pünktliche Selbstinjektion fördern. In elektronischen Injektoren bestehen die technischen Voraussetzungen, dass Datum, Zeitpunkt und Dosierung der einzelnen Injektionen gespeichert werden können. Die innovative Technik moderner Applikationen erleichtere zudem die Integration in den Alltag und trage damit maßgeblich zur Therapietreue bei.Häufige Gründe für eine mangelnde Adhärenz seien Nebenwirkungen, lokale Injektionsreaktionen, Spritzenmüdigkeit sowie das Vergessen von Injektionen erklärte Dr. med. Antonios Bayas, Leiter der MS-Ambulanz an der Neurologischen Klinik des Klinikums Augsburg bei der gleichen Veranstaltung. So hätten entsprechende Untersuchungen ergeben, dass etwa 30 % der Patienten drei Monate nach Therapiebeginn ihre Therapie vorzeitig abbrechen. Um den Therapieerfolg zu sichern, sei es daher wichtig, eine unzureichende Adhärenz zu erkennen und in diesem Falle Gegenmaßnahmen einzuleiten. „Durch die Möglichkeit Daten z.B. aus Speicherfunktionen zu beziehen, können wir mehr über die Therapietreue von MS-Patienten erfahren und mit diesem Wissen helfen Adhärenz-Barrieren abzubauen“, so Dr. Bayas  weiter. „Die objektive Erfassung der Therapietreue kann neben der bequemen und zuverlässigen Form der Injektion dazu beitragen, in Verbindung mit einer intensiven Patientenschulung Adhärenz und somit Langzeiteffekte in der MS-Therapie zu optimieren“.Quelle: Pressegespräch der Firma Merck Serono am 18. September 2012 in München