Endlich !?

Ich höre sie wieder. Sie singen ihr Lied vom Zauber des Neubeginns. All die Amseln, Meisen, Buchfinken, Kleiber und ihre Freunde, die in den Bäumen vor meinem Fenster rasten.

Ich sehe es wieder. Das Kaninchen mit der verkrüppelten Vorderpfote kreuzt erstmals seit langer Zeit wieder meinen Weg. Ein behinderter Gefährte aus der Fauna, der kurz verharrt, als wir uns begegnen. Manchmal wünschte ich mir etwas von Dr. Doolittle. Dann könnte ich verstehen, was dieser Nachbar mir sagen will.

Gemeinsam ist meinen Nachbarn ihre Kunde vom herannahenden Frühling. Hoffentlich letzte Schneereste tauen. Und wieder denke ich, dass es endlich vorbei sein möge mit dem Winter. An sich mag ich ihn ja. Aber ich bin froh, wenn es endlich ein Ende hat mit dem beschwerlichen Weg zur Garage, mit dem allzu häufigen Betrachten der Wetterprognose und dem Kapitulieren vor den Hindernissen, aus dem oft genug das Verharren in den eigenen vier Wänden folgt. Eisglätte, rutschige Gehwege, die gefangen nehmen und mich noch mehr als sonst auf meine Beine, deren Unsicherheit und schwindende Fähigkeiten aufmerksam machen.

Ich freue mich, wenn Eis und Schnee mich nicht zusätzlich einengen und behindern.

Ich freue mich, wenn das monatelange Einheitsgrau der Kraft der Sonne und frisch sprießenden Farben weicht.

Ich freue mich am Gesang meiner gefiederten Nachbarn.

Ich freue mich auf viele Begegnungen mit dem behinderten Kaninchen (auch ohne Dr. Doolittles Fähigkeiten).

Ich freue mich auf milde Temperaturen und körperliches Wohlbefinden, noch ohne Kühlweste.

DER FRÜHLING KANN KOMMEN!

 

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