Ernährungsverhalten bei Patienten mit Multipler Sklerose

Chicago (sr) – Patienten mit Multipler Sklerose haben eine Reihe gesundheitlicher Probleme, die das Essverhalten im Sinne einer gesunden Ernährung beeinträchtigen können. Um ein entsprechendes Essverhalten entwickeln zu können, sind Selbstmanagementtechniken (d.h. Strategien zur Verbesserung des Umgangs mit Emotionen und körperlichen Einschränkungen) oft hilfreich. Dr. M. Plow und ein Forscherteam der Universität von Illinois in Chicago um haben nun versucht herauszufinden, welche Faktoren es sind, die bei MS-Patienten zu einem gesunden Essverhalten beitragen. Dazu führten sie eine Online- Befragung von insgesamt 292 MS-Patienten durch. Deren Essverhalten wurde erhoben durch Fragen nach Lebensmittelauswahl, Fettverzehr, Verzehr von Obst und Gemüse, nach dem Lesen der Kennzeichnung/der Inhaltsstoffe auf den Packungen und der Einnahme von regelmäßigen Mahlzeiten. Die Antworten wurden dann analysiert hinsichtlich Geschlecht, Selbstsicherheit bei der Nahrungsmittelauswahl, Optimismus/Pessimismus, Body Mass Index, körperlicher Aktivität, Fähigkeit zu emotionaler Selbststeuerung sowie Gesprächen mit dem Arzt. Selbstsicherheit bei der Lebensmittelauswahl zeigte sich dabei als der Faktor, der am ehesten zu einem gesunden Essverhalten beiträgt. Arztgespräche sowie körperliche Aktivität waren weitere wichtige Faktoren.„Unsere Studie zeigt, dass Selbstsicherheit und das Beherrschen von Selbstmanagementtechniken bei Patienten mit MS einen Einfluss auf das Ernährungsverhalten haben“, so Dr. Plow. Man solle deshalb diesen Patienten helfen, ihre Selbstsicherheit zu erhöhen und die Entwicklung solcher Selbstmanagementtechniken zu fördern. Dann werde sich die Einstellung von MS-Patienten zu einer gesunden Ernährung verbessern.Quelle: Disability and Health Journal, 2012;5(4):284-291