PatientIn „Kleeblatt“ | 11. Feb. 2019

Sehr geehrter Herr Dr. Schneider, sehr geehrter Herr Sievers,
ich wende mich heute mit der Bitte an Sie, mir einen Rat beim Treffen einer für mich sehr wichtigen Entscheidung zu geben.
Ich bin jetzt 19 Jahre alt und habe 2015 die Diagnose MS erhalten. Ich habe dann als Einstiegsmedikament mit Copaxone begonnen und nehme jetzt seit 1,5 Jahren Tecfidera. Bis auf die lästigen Hitzeflashs vertrage ich das Medikament gut. Seit der Einnahme der Medikamente waren in den MRT Bildern keine Schübe und Läsionen erkennbar. Ich lebe mit der Krankheit beschwerdefrei, habe im letzten Jahr mit einem Studium begonnen, treibe aktiv Sport und habe keine weiteren Einschränkungen. Im Hinblick auf die Langzeiteinnahme von Medikamenten und den damit unweigerlich verbundenen Nebenwirkungen, trage ich mich nun mit dem Gedanken, in Absprache mit meinem behandelnden Neurologen, die Medikamente abzusetzen.
Ich bin mir bei der Entscheidungsfindung sehr unsicher und möchte Sie, auf Grund Ihrer Erfahrungen, bitten, mir einen Rat zu geben.
Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich im Voraus.

Herzliche Grüße

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Deine Frage beantwortet

Carsten Sievers
Neurologe|18. Feb. 2019

Sehr geehrte(r) Kleeblatt,

ihre Fragestellung wird immer wieder fachich auf Konferrenzen diskutiert, es gibt einzelne Ärzte die der Meinung sind man könne bei sehr mildem (benignem) Verlauf einer MS z.B. nach 10 Jahren ohne Aktivitätszeichen die KMT absetzen. Hierfür gibt es aber keine wissenschaftliche Grundlage, sondern nur persönliche Erfahrungen mit Einzelpatienten. Nach wissenschaftlicher Übereinkunft ist es fraglich ob es so etwas wie eine "benigne MS" überhaupt gibt. Die Mehrzahl der Patienten hat unbehandelt selbst bei sehr seltenen Schüben insgesamt wohl überwiegend den gleichen Verlauf wie bei häufigeren Schüben mit Übergang in eine sekundär progrediente MS.

Evidenzbasierter Konsens ist, das jeder MS-Patient schnell, effektiv und anhaltend mit einer KMT therapiert werden soll.

Meine persönliche Meinung ist, dass das Absetzen einer KMT bzw. erst gar keine KMT einzusetzen einem Glücksspiel entspricht, bei dem der eigene Körper und Geist Einsatz ist.

MfG

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