PatientIn „Steph“ | 14. Aug. 2017

Ich bin langsam sehr verzweifelt. Bei mir steht seit einem Jahr die Diagnose MS im Raum, aber so wirklich bestätigt ist sie nicht. Werde auch irgendwie nicht ernst genommen.
Auszüge aus Arztberichten:
"Bei der Liquorpunktion konnten oliglonale Banden nachgewiesen werden."
"Einzelne lakunäre Defekte im Marklager li. am ehesten porencephalen Zysten zuzuordnen. Unveränd. zur VU." "Zwei neue sehr flaue Läsionen"
"Kein Nachweis einer Dissemation. Kein Hinweis auf floriden Prozess."
Vergleich mit ganz altem MRT: "Bereits damals wurden einzelne Läsionen im Neurocranium supratentoriell nachgewiesen, jetzt allerdings im Vergleich zu 2012 fragl. neu aufgetret. diskrete Läsionen frontal, dies würde für einen Progress sprechen. Weisend sind diese Beobachtungen aber nicht."
Termine beim Neurologen hab ich alle paar Monate um zu berichten wie es mir geht. Aber egal was ich für Beschwerden habe, es wird auf die Psyche geschoben.
Hab ich nun MS oder nicht?

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Deine Frage beantwortet

Carsten Sievers
Neurologe|15. Aug. 2017

Hallo Steph,

die Diagnose oder Nichtdiagnose einer MS kann schwierig sein.

Sie wird heute nach den MsDonaldkriterien (gut erklärt bei Wikipedia) gestellt.

Sie haben keine Symptome angegeben, insbesondere keine schubartigen, das erschwert die Feststellung einer Diagnose in ihrem Fall.

Aus den radiologischen Beschreibungen interpretiere ich, das die gefundenen Läsionen nicht an typischer Stelle für eine MS liegen, dies sprich eher gegen eine MS.

Der Nachweis von oligoklonalen Banden spricht zuerst für eine MS, kann aber auch durch andere Krankheiten bedingt sein, hierfür fehlt dann aber die Erklärung.

Ich kann das Dilemma der im Prinzip offenen Diagnose medizinisch nachvollziehen und leider nur klar machen wo das Problem liegt, es aber hier auch nicht klären.

In so einem Fall versucht der Neurologe durch Beobachtung über einen längeren Zeitraum zu Klarheit zu kommen, das chronisch aktive Krankheiten sich manchmal nur durch die klinisch Entwicklung ganz zu erkennen geben.

Für den Betroffenen ist die Unklarheit nicht einfach zu ertragen, es gibt manchmal aber keine andere Möglichkeit.

MfG 

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