PatientIn „Kati“ | 18. Jan. 2018

Hallo, zur Zeit bin ich völlig durch den Wind.

Gestern teilte mir mein Neurologe mit, dass ich nach seiner Ansicht jetzt eine NMO habe und keine MS.
Eigentlich wurde bei mir 2010 MS diagnostiziert (anhand von MRT und positiven oligiokonalen Banden im Liquor). Seit Jahren sind meine MRT- Aufnahmen unverändert, aber mir geht es trotzdem zunehmend schlechter (auch bei den neurologischen Tests nachweisbar). Diese Erkenntnis veranlasste meinen Neurologen zu dieser Aussage- auch wenn die Aquaporin-4 und MOG-AK negativ sind.

Kann das so sein? Und was bedeutet das jetzt für mich? Nehme z.Z.noch Tecfidera.
Kann es nicht sein, dass ich von der schubförmigen MS in die schleichende Form übergegangen bin?

Ich bin völlig verwirrt und total verunsichert.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|19. Jan. 2018

Sehr geehrte Kati,

die Neuromyelitis optica (NMO) ist wie die MS eine entzündliche Erkrankung des ZNS, bei der ganz bestimmte Bereiche des ZNS bevorzugt befallen werden (Sehnerv, Rückenmark, seltener Hirnstamm). In der Regel sind die Autoantikörper Aquaporin-4 positiv (60-90 %). In Einzelfällen können auch nur MOG-Antikörper (gegen das Myelin-Oligodentrozyten-Glykoprotein) positiv sein. Folgende Punkte werden diagnostisch gefordert:

  1. spinale MRT mit langstreckiger Myelonläsion (= 3 Wirbelkörpersegmente)
  2. für eine MS nicht typische kraniale MRT nach den Kriterien von Paty (Paty et al. 1988) bei Erkrankungsbeginn bzw. Erstvorstellung
  3. Nachweis von NMO-IgG-Antikörpern im Serum

Bei der Therapie der NMO gewinnt die Gabe von Rituximab einen zunehmenden Stellenwert bei der Basistherapie. Retrospektive Daten zeigen für Rituximab eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit auch über einen längeren Zeitraum. Die Gabe von MS-spezifischen Therapeutika (insbesondere Interferone, Fingolimod, Natalizumab) sollte vermieden werden, da hierunter Verschlechterungen beobachtet wurden. Zu Dimethylfumarat (Tecfidera) liegen mir keine Informationen vor.
Aber auch Azathioprin, Mycophenolatmofetil, Mitoxantron und Cyclophosphamid werden als Optionen genannt.

Genauere Informationen kann man in den Leitlinien dazu finden: https://www.dgn.org/leitlinien...

Denkbar wäre allerdings auch (mit aller Vorsicht, da ich Befunddetails nicht kenne), das sich eine sekundäre schleichend progrediente MS (SPMS) entwickelt hat, zumal die NMO überwiegend schubförmig verläuft. Wie auch immer bedarf es einer genauen Klärung der Ursache der schleichend progredienten klinischen Verschlechterung, da es therapeutische Konsequenzen nach sich zieht. Eine Vorstellung in einem neurologischen Zentrum wäre meines Erachtens sinnvoll.

Mit freundlichen Grüßen

Die Beiträge werden unverändert übernommen. Es erfolgt keine Prüfung oder Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik oder darin getätigter Aussagen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieser Beiträge übernimmt die Merck Serono GmbH keine Verantwortung.

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