PatientIn „Oliver“ | 07. Jan. 2019

Hallo,

ich bin männlich, 19 Jahre alt, und leide nun seit etwa 3 Monaten an einer Fatigue, die plötzlich aufgetreten ist und mich stark in meiner Leistungsfähigkeit im Alltag einschränkt. Hinzu kamen in den letzten drei Wochen ein zunächst regelmäßiges, aber vorerst wieder abgeklungenes Kribbeln in den Füßen und teilweise auch in den Armen, sowie in den letzten Tagen Blasenentleerungsstörungen.
Vor etwa einem Monat haben mein Hausarzt und mein Neurologe bei mir die Verdachtsdiagnose einer chronischen Borreliose gestellt und mir Doxycyclin für 20 Tage verschrieben. Zu Beginn der Einnahme erfuhr meine Fatigue eine leichte Besserung, zur Mitte hin kehrte sie jedoch zur alten Schwere hinzu, und nach der Einnahme kamen die oben besagten Symptome hinzu.
Alle vom Neurologen durchgeführten Untersuchungen, darunter ein MRT-Bild von Kopf und Halswirbelsäule und verschiedene Tests zur Empfindsamkeit von Gesicht und Füßen, waren vollkommen unauffällig. Der Neurologe sagte daraufhin, ich hätte keine MS. Die Untersuchungen sind jedoch vor dem Hinzutreten der weiteren Symptome (s.o.)erfolgt.
Einen nächsten Termin beim Neurologen habe ich erst in anderthalb Wochen. Da es mir psychisch sehr schlecht mit den Symptomen geht (insbesondere verspüre ich eine starke, regelmäßig wiederkehrende Angst vor einer MS-Diagnose), wäre ich Ihnen für die Beantwortung der folgenden Fragen schon jetzt äußerst dankbar.

1. Welchen Aussagewert hat ein unauffälliges MRT-Bild in Anbetracht meiner Symptome? Konkret: Wie sicher ist es, dass eine MS, die sich zum Zeitpunkt des MRT-Bildes durch eine bis dahin 2,5 Monate andauernde Fatigue zeigt, überhaupt auf diesem zu erkennen ist? Kann eine MS-Diagnose auch bei unauffälligem MRT erfolgen?

2. Was raten Sie Patienten mit MS-Symptomen, bei denen (noch) keine solche Diagnose erfolgt ist, zum Umgang mit Ängsten vor der Krankheit (gerade, wenn diese sich regelmäßig und sehr stark manifestieren)?

3. Können die bei einer MS eingenommenen Medikamte eine Fatigue lindern oder verbleibt diese als dauerhafter Zustand ein Leben lang?

Haben Sie im Voraus herzlichen Dank für die Beantwortung!

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Deine Frage beantwortet

Carsten Sievers
Neurologe|16. Jan. 2019

Hallo Oliver,

das Mrt hat bezüglich MS einen so hohen Aussagewert, das ohne passenden Befund eine Diagnose fast nicht möglich ist. 

Menschen, die noch keine MS - Diagnose haben, haben keine MS. Die Angst davor kann aber Ausmaße annehmen, die eine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung sinnvoll machen. 

Die dritte Frage ist unerheblich da sie keine MS haben.

Eine Borreliose kann nach Antibiose noch einige Monate brauchen bis die Symptome sich zurückbilden und ständige, starke Angst kann stark erschöpfen. 

MfG

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