PatientIn „Dodo“ | 21. Nov. 2018

Guten Tag.
Mit 18 hatte ich die erste Herpes Zoster Infektion(noch keine MS-Diagnose - erst mit 33 Jahren), mit 41 (2014) dann unter Copaxone die 2. und jetzt unter Tecfidera meine 3.
Herpes-Ausbrüche werden ja meist mit psychischer Belastung und angeschlagenen Imunsystem in Verbindung gebracht. Meine Neurologin veranlasste 2014 ein MRT der BWS, weil sie einen aktiven Herd dort ausschließen wollte. Dieser hatte sich nicht bestätigt. Ich denke, ich kenne meinen Auslöser dieses Mal - hätte beruflich eine unschöne Belastung, die eskalierte.
Meine Frage: Tecfidera gilt offiziell als Immunmodulierend - hat jedoch auch immunsuppressive Züge. Die Virostatika- Therapie mache ich nun gleichzeitig zur Basistherapie.

Besteht hier nicht die Gefahr einer Herpesenzephalitis, wenn ich offensichtlich zu Zoster Infektionen neige.

Mikroimmuntherapie mit 2LHerp mache ich 2xim Jahr (Herbst und Frühjahr) eigenständig - diesesmal hab ich es leider versemmelt - zudem können ja plötzliche Stresssituationen auch Auslöser sein, und das hab ich diesmal nicht kommen sehen.

Was kann ich tun um nicht bei der nächste "passenden" Situation wieder zu blühen?

Lieben Dank!

Profilbild des Experten

Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|22. Nov. 2018

Sehr geehrte Fragestellerin,

eine Herpesenzephalitis ensteht durch eine Infektion mit Herpes simplex Viren, nicht durch eine Herpes zoster Viren-Infektion = Varizella zoster Virus = VZV (beide gehören zwar zur gleichen Gruppe, sind aber unterschiedliche Viren). Es gibt zwar auch Gehirn- und Gehrinhautentzündungen durch die Herpes zoster-Viren, die aber selten ist und weit aus weniger dramatisch erläuft. Diese kann bei sehr stark immunsupprimierten Pateinten auftreten. Unter Dimethylfumarat sind derartige schwere Gehirnentzündungen aber nicht beobchtet worden, solange die Lymphozyten und Leukozyten regelmäßig kontrolliert und nicht Grenzwerte unterschreiten.
Eine prophylaktische Behandlung gegen eine Zoster-Infektion kann man in Einzelfällen mit einem Virustatikum (z.B. Aciclovir) durchführen, wenn sehr häufig Zoster-Infektionen auftreten und eine schwere Immunsuppression besteht. Wichtig ist im Falle einer Infektion eine möglichst frühzeitige Behandlung.

Es gibt zudem 2 Präparate zur Impfung gegen Herpes zoster Infektionen, die allerdings erst ab dem 50. Lebensjahr zugelassen sind. 

Mit freundlichen Grüßen

Die Beiträge werden unverändert übernommen. Es erfolgt keine Prüfung oder Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik oder darin getätigter Aussagen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieser Beiträge übernimmt die Merck Serono GmbH keine Verantwortung.

${this.dialogueId ? 'Rückfrage zum Thema stellen!' : 'Jetzt Frage stellen!'}

Lass unseren Experten Deine Frage zukommen. Sie werden Dir schnellstmöglich antworten.

Bitte ausfüllen
Bitte eine gültige E-Mail-Adresse eingeben
Bitte ausfüllen
Bitte ausfüllen
Bitte Bestätigen
Bitte Captcha ausfüllen
${errors.general}
Deine Frage wurde erfolgreich versendet.

In Kürze erhältst Du eine Antwort von unseren Experten.

Bitte warten...