PatientIn „Blau“ | 07. Nov. 2018

Guten Tag,
bei mir wurde vor genau 2 Jahren MS gesichert diagnostiziert wegen Doppelbildern. Davor ist es möglich das ich bereits einen oder zwei unerkannte Schübe hatte, als mir mein kompletter Körper "eingeschlafen" ist.

Nun ist es seit einer Woche so, das mir beide Unterarme bzw. Hände bzw. Fingerspitzen kribbeln. Nicht stark, aber es ist schon auffällig. Vor allem auf der Arbeit (Büro) war das sehr nervig und ich hatte/habe extreme Konzentrationsschwierigkeiten. Ich hatte außerdem Probleme mit der Geschwindigkeit beim Autofahren und am Montag einen Druck auf einem Auge. Leider ist mein Neuro im Urlaub, deshalb bin ich gestern zur Vertretungsärztin. Die meinte, es könnte ein leichter Schub sein, obwohl die neurologische Untersuchung anscheinend größtenteils unauffällig war so wie ich sie verstanden habe. Ich sollte mich also aufgrund einer KANN-Aussage entscheiden entweder ins Krankenhaus stationär Cortison erhalten oder fragen ob der Hausarzt es ambulant geben kann. Nun habe ich wegen kribbelnder Hände aber keine Lust mich ins Krankenhaus zu begeben, und bin mir sowieso nicht sicher ob das Cortison in diesem Falle nicht zuviel des Guten ist. Leichtes Kribbeln hatte ich auch schon früher und es ging immer wieder weg, wenn ich 1-2 Tage daheim geblieben bin. Leider geht es diesmal aber eher nicht weg, obwohl ich seit letzter Woche nur 3 Tage arbeiten war. Ich nehme Tecfidera seit 2 Jahren und bisher war größtenteils alles in Ordnung. Meine große Sorge ist nun, dass das Kribbeln gar nicht mehr weg geht, wenn ich kein Cortison nehme. Und auf der anderen Seite, dass es gar kein Schub ist, und das Cortison und die Nebenwirkungen sinnlos wären, vor allem weil es natürlich zeitlich gerade gar nicht passt.

Nächsten Dienstag habe ich einen Termin bei meinem StandardNeurologen. Würden Sie sagen ich kann noch bis dahin abwarten? Oder muss man Cortison immer so schnell wie möglich geben? Dann wäre eine Woche jetzt eh schon rum... Das für mich Schlimme an der Sache ist eigentlich nicht das Kribbeln, sondern diese Ungewissheit was ich tun soll.

Viele Grüße.

Profilbild des Experten

Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|14. Nov. 2018

sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage ist relativ einfach zu beantworten: wenn Sie anhaltende (> 24 h) störende Missempfindungen haben, sollten Sie 1. ein MRT mit KM (HWS + ggf. Schädel) durchführen und 2. eine Kortisonbehandlung über 5 Tage machen lassen. Ein Schub ist meines Erachtens sehr wahrscheinlich und diesen kann man in der Frühphase immer besser behandeln, als wenn die Entzündungsaltivität irgendwann von alleine langsam abnimmt. Die Zeit für einen Schub passt fast nie, aber dauerhaft störende Missempfindungen an den Händen sind eben auch gerade schön.

Mit freundlichen Grüßen 

Die Beiträge werden unverändert übernommen. Es erfolgt keine Prüfung oder Korrektur von Rechtschreibung, Grammatik oder darin getätigter Aussagen. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität dieser Beiträge übernimmt die Merck Serono GmbH keine Verantwortung.

${this.dialogueId ? 'Rückfrage zum Thema stellen!' : 'Jetzt Frage stellen!'}

Lass unseren Experten Deine Frage zukommen. Sie werden Dir schnellstmöglich antworten.

Bitte ausfüllen
Bitte eine gültige E-Mail-Adresse eingeben
Bitte ausfüllen
Bitte ausfüllen
Bitte Bestätigen
Bitte Captcha ausfüllen
${errors.general}
Deine Frage wurde erfolgreich versendet.

In Kürze erhältst Du eine Antwort von unseren Experten.

Bitte warten...