PatientIn „Sindy“ | 02. Apr. 2018

Im September 2009 wurde bei mir Multiple Sklerose vom primär schubförmigen Verlaufstyp festgestellt. Ab Oktober 2009 erfolgte dann die schubprophylaktische Therapie mit Rebif 44μg (3 Injektionen pro Woche).
Im Dezember 2016 kam es dann zu der Diagnose: Malignes Thymom. Von Januar bis April habe ich mich fünf Mal einer Chemotherapie unterziehen müssen, Ende April erfolgten zwei Operationen. Aufgrund der Chemotherapien habe ich nach Rücksprache mit dem Neurologen des Krankenhauses die Therapie mit Rebif unterbrochen. Doch nun stellt sich die Frage, ob ich damit wieder beginne.
Für mich ergeben sich so viele Fragen:
* Hatte ich einfach nur Pech?
* Gibt es einen Zusammenhang zwischen MS und Tumorbildungen?
* Bestehen Zusammenhänge insbesondere in Hinblick auf die Art des Tumors, der bei mir vorlag: Das maligne Thymom ist ein bösartiger Tumor des Thymus, ein Organ, das für das Immunsystem zuständig ist, und die MS ist eine Autoimmunkrankheit.
* Welche Aussagen lassen sich in Hinblick auf die Medikamente treffen: Bestehen dahingehend Statistiken, inwiefern sich diese auf Tumorbildungen auswirken?
* Gibt es Alternativen, die bei meinem vorliegenden Fall helfen und greifen könnten?
* Inwiefern spielt die immunsuppressive oder immunmodulierende Wirkung von Rebif eine Rolle allgemein bei Tumorerkrankungen und können Aussagen getroffen werden, ob diese dafür verantwortlich ist, dass der Tumor in mir so groß wachsen und soviel in Mitleidenschaft ziehen konnte, ohne dass ich bis Mitte September 2016 körperlich größere Einschränkungen hatte?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

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Deine Frage beantwortet

Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|02. Nov. 2018

Sehr geehrte Sindy,

ein direkter Zusammenhang zwischen Thymom und MS ist meines Erachtens nicht abzuleiten. Mir sind auch keine wissenschaftlichen Daten bekannt, die darüber nähere Auskunft geben. Daher sind auch konkrete Angaben zu den Medikamenten gegen eine MS kaum möglich. Bei Thymomen treten vereinzelt im Rahmen einer Immundeffizienz opportunistische Erkrankungen auf (auftretende Infekte mit Bakterien und Viren etc.). Diesbezüglich habe ich eine Dissertation finden können (s. unter GOOD-Syndrom). Bekannt sind auch neuromuskuläre Erkrankungen (z.B. eine Myasthenie) oder Paraneoplasien.  
Unter den Interferonen selbst sind Entartungen der Thymomdrüse nicht bekannt. Wenn, dann handelt es sich um zufällige Einzelfälle, ohne dass ein kausaler (ursächlicher) Zusammenhang herzustellen ist. Die Zukünftige Behandlung sollte in Rücksprache mit dem Neurologen und Onkologen erfolgen. Meines Erachtens kann die Therapie fortgesetzt werden. 

MIt freundlichen Grüßen

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