PatientIn „Fine“ | 13. Sep. 2017

Hallo Experten,

ich bin seit 9 Jahren an MS erkrankt (gesichert durch MRT-Aufnahmen und Liquor).

Seit einigen Jahren gibt es laut Radiologen keinerlei Veränderung im MRT (außer im letzten Jahr hat mein Neurologe einen Herd im linken Kleinhirn anhand der Bilder gesehen- dieses hatte der Radiologe jedoch nicht in seinem Bericht erwähnt).

Wie kann es sein, dass das MRT keine Veränderungen zeigt und es mir doch schlechter geht (Gleichgewichtsstörungen, Zittern der Hände, schwerfälliges Gehen- was sich ja auch in der Physio- und Ergotherapie zeigt)?

Oder bilde ich mir das ein und meine MS ist zum Stillstand gekommen?

Langsam zweifle ich an mir selber und komme mir wie ein Simulant vor. (Das MRT zeigt nichts Neues, aber mein Körper spielt verrückt.)

Vielen herzlichen Dank für die Beantwortung.

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Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|13. Sep. 2017

Hallo Fine,

MS ist eine unbehandelt immer eine aktive Krankheit, auch zwischen den Schüben. Es kann also sein, das eine langsame Verschlechterung ohne Schübe auftritt. Im MRT müssen dann keine neuen Herde zu sehen sein, bei genauer Messung (die aber in den allermeisten radiologischen Praxen nicht durchgeführt wird, da guckt man pi mal Daumen) findet sich dann eine erhöhte Schrumpfungsrate des gesamten Gehirns.

Eine Zunahme der neurologischen Symptome ist ein Zeichen, dass die MS nicht zum Stillstand gekommen ist und sollte dazu führen die Therapie kritisch zu überdenken. 

MfG

PatientIn „Hanna“ | 15. Nov. 2017

Hallo,

was bedeutet "genaue Messung" und wie kann man diese durchführen lassen?

Danke vielmals schon im Voraus
Hanna

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Dr. med. Detlev Schneider
Neurologe|16. Nov. 2017

Sehr geehrte Hanna,

im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchung wird mittels MRT durch ein spezielles Rechenverfahren der sog. Volumetrie das Volumen des Gehirns ermittelt. Das ist ein recht kompliziertes Verfahren, da die Oberfläche des Gehirns nicht glatt, sondern stark gewellt ist. Im Verlauf einer Behandlung versucht man dadurch zu ermitteln, ob unabhängig von Schüben ein Voranschreiten einer Gehirnatrophie aubleibt oder sich verlangsamt und somit indirekt eine Wirkungseffektivität der Substanzen nachweisbar ist. Wie zuvor schon beschrieben, bleibt die MS immer etwas aktiv. Eine sehr schöne Promotionsarbeit zu diesem Thema habe ich hier gefunden: https://edoc.ub.uni-muenchen.d...

In dieser wurde sehr schön herausgearbeitet (s. Seite 85), dass die physiologische Atrophie bei nicht erkrankten Menschen bei 0,1-0,3% und bei MS-Patienten bei 0,6-1,0% pro Jahr liegt. Das ist auch der Grund, warum wir Neurologen zu einer aktiven Behandlung der MS raten, auch wenn ein scheinbar klinisch stabiler Befund vorliegt.

MfG

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